Was passiert mit der Luftqualität in der Werkstatt bei einem Filterausfall? > ULMATEC Filtration

Was passiert mit der Luftqualität in der Werkstatt bei einem Filterausfall?

Daniel Ehrhardt ·

Ein Filterausfall in der Werkstatt führt dazu, dass Schadstoffe wie Schweißrauch, Staub und Aerosole ungefiltert in die Atemluft der Beschäftigten gelangen. Die Konzentration dieser Stoffe steigt schnell auf Werte, die arbeitsschutzrechtliche Grenzwerte überschreiten können. Dieser Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen rund um Ursachen, Folgen und Gegenmaßnahmen bei einem Filterausfall in der Absauganlage.

Welche Schadstoffe reichern sich bei einem Filterausfall in der Werkstattluft an?

Bei einem Filterausfall in der Werkstatt gelangen alle Schadstoffe, die der Filter normalerweise zurückhält, ungefiltert zurück in die Raumluft. Je nach Prozess sind das Feinstäube, Metallrauche, Schweißrauch, Ölnebel, Lösemitteldämpfe oder krebserzeugende Stoffe wie Chrom(VI)-Verbindungen beim Schweißen von Edelstahl.

Konkret bedeutet das: Beim Schleifen entstehen Feinstäube mit Partikelgrößen unter 10 µm, die tief in die Lunge eindringen. Beim Schweißen und Löten entstehen Metalloxide und gasförmige Schadstoffe. Beim Plasmaschneiden werden Feinstpartikel und Stickoxide freigesetzt. Beim Einsatz von Kühlschmierstoffen entstehen Ölnebel und Aerosole. All diese Stoffe verbleiben bei einem Filterversagen vollständig in der Werkstattatmosphäre und reichern sich kontinuierlich an, solange der Prozess weiterläuft.

Nach TRGS 900 (Arbeitsplatzgrenzwerte) und den DGUV-Vorschriften gelten für viele dieser Stoffe verbindliche Grenzwerte. Ein Filterausfall kann dazu führen, dass diese Werte innerhalb kurzer Zeit überschritten werden.

Wie schnell verschlechtert sich die Luftqualität nach einem Filterausfall?

Die Luftqualität in der Werkstatt verschlechtert sich nach einem Filterausfall innerhalb von Minuten spürbar, bei intensiven Prozessen wie Schweißen oder Schleifen sogar innerhalb weniger Sekunden. Wie schnell Grenzwerte überschritten werden, hängt von der Raumgröße, der Schadstoffmenge pro Zeiteinheit und der vorhandenen Hinterlüftung ab.

In schlecht belüfteten Werkstatträumen mit hoher Prozessintensität kann die Schadstoffkonzentration innerhalb von 10 bis 15 Minuten auf ein Vielfaches des zulässigen Grenzwerts ansteigen. In größeren Hallen mit natürlicher Lüftung verlangsamt sich dieser Prozess, aber eine ausreichende Verdünnung der Schadstoffe durch natürliche Luftbewegung ist in der Praxis kaum zuverlässig erreichbar. Besonders kritisch ist die Situation bei Schadstoffen mit sehr niedrigen Grenzwerten, zum Beispiel bei Chrom(VI)-Verbindungen, für die nach dem Minimierungsgebot die Exposition so weit wie technisch möglich reduziert werden muss.

Welche gesundheitlichen Folgen hat schlechte Luftqualität am Arbeitsplatz?

Schlechte Luftqualität am Arbeitsplatz durch Schadstoffbelastung in der Werkstatt führt kurz- und langfristig zu ernsthaften Gesundheitsschäden. Kurzfristig treten Reizungen der Atemwege, Augen und Schleimhäute auf. Langfristig drohen Berufserkrankungen wie Silikose, Lungenkrebs oder chronische Bronchitis.

Die gesundheitlichen Folgen lassen sich nach Expositionsdauer und Schadstoffart unterscheiden:

  • Kurzfristige Wirkungen: Husten, Augenreizungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit
  • Mittelfristige Wirkungen: Chronische Atemwegserkrankungen, Sensibilisierung gegenüber bestimmten Stoffen (z. B. Isocyanate, Nickel)
  • Langfristige Wirkungen: Lungenkrebs (insbesondere durch Chrom(VI), Quarzstaub oder Dieselruß), Silikose, Asbestose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Betriebe, die bei einer BG-Prüfung keine ausreichende Absaugtechnik nachweisen können, riskieren Bußgelder, Auflagen und im Schadensfall die persönliche Haftung verantwortlicher Führungskräfte. Die Gefährdungsbeurteilung nach § 5 ArbSchG bildet dabei die Grundlage für die Auswahl geeigneter Schutzmaßnahmen und Filtersysteme.

Woran erkennt man einen Filterausfall frühzeitig?

Einen Filterausfall in der Absauganlage erkennt man frühzeitig an einem veränderten Druckabfall über dem Filter, sichtbarem Staub oder Rauch im Abluftstrahl, reduzierten Luftvolumenstromwerten oder Alarmmeldungen der integrierten Überwachungssensorik. Wer auf diese Signale achtet, kann ein Filterversagen rechtzeitig erkennen, bevor die Schadstoffbelastung in der Werkstatt kritisch wird.

Im Einzelnen gibt es folgende Anzeichen:

  • Differenzdruckmessung: Ein stark gesunkener Differenzdruck über dem Filter deutet auf einen Riss oder eine Umgehung des Filtermediums hin. Ein stark gestiegener Differenzdruck zeigt eine Verstopfung an.
  • Sichtbarer Austrag: Sichtbarer Staub oder Rauch an der Abluftseite ist ein eindeutiges Zeichen für Filterversagen.
  • Reduzierter Volumenstrom: Wenn die Absauganlage weniger Luft fördert als spezifiziert, kann das auf eine Verstopfung oder einen mechanischen Defekt hinweisen.
  • Alarmmeldungen: Moderne Absauganlagen verfügen über Steuerungen mit integrierten Überwachungsfunktionen, die bei Grenzwertüberschreitung automatisch Alarm auslösen.
  • Geruch oder sichtbarer Dunst: In der Werkstatt wahrnehmbarer Rauch oder Geruch trotz laufender Anlage ist ein Warnsignal.

Regelmäßige Wartungsintervalle und eine dokumentierte Sichtprüfung der Filterkomponenten sind grundlegende Maßnahmen, um einen Filterausfall frühzeitig zu erkennen.

Was sollte man bei einem Filterausfall sofort tun?

Bei einem Filterausfall in der Absauganlage sollte der betroffene Prozess sofort gestoppt und die Werkstatt gelüftet werden. Beschäftigte müssen den Bereich verlassen oder geeignete persönliche Schutzausrüstung (PSA) anlegen, bis die Anlage repariert oder der Filter ausgetauscht ist.

Die empfohlene Vorgehensweise im Schadensfall:

  1. Prozess unterbrechen und Maschinen abschalten, die Schadstoffe erzeugen
  2. Betroffene Mitarbeiter informieren und den Bereich räumen oder absperren
  3. Natürliche oder technische Lüftung aktivieren, um die Schadstoffkonzentration zu senken
  4. Geeignete PSA bereitstellen, sofern Arbeiten im Bereich unumgänglich sind (Atemschutz gemäß DGUV Regel 112-190)
  5. Ursache des Filterausfalls ermitteln: Filterriss, Dichtungsversagen, Überlastung, mechanischer Defekt
  6. Filter austauschen oder Anlage instand setzen, bevor der Betrieb wieder aufgenommen wird
  7. Vorfall dokumentieren und in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigen

Informieren Sie bei krebserzeugenden Stoffen wie Chrom(VI) oder Quarzstaub umgehend den Betriebsarzt und prüfen Sie, ob eine Meldepflicht gegenüber der zuständigen Berufsgenossenschaft besteht. Hinweise zu Wartung und Service helfen dabei, den Betrieb schnell wieder sicher aufzunehmen.

Wie lässt sich ein Filterausfall dauerhaft verhindern?

Ein Filterausfall in der Absauganlage lässt sich dauerhaft verhindern durch regelmäßige Wartung nach Herstellervorgaben, den Einsatz geeigneter Filterklassen für den jeweiligen Prozess, eine korrekte Auslegung des Volumenstroms sowie die Integration einer kontinuierlichen Betriebsüberwachung. Präventive Maßnahmen sind zuverlässiger und kostengünstiger als reaktive Reparaturen.

Konkrete Maßnahmen zur Prävention:

  • Wartungsplan einhalten: Filterwechsel und Reinigungszyklen nach Herstellerangaben und tatsächlicher Betriebsbelastung planen
  • Richtige Filterklasse wählen: Nach DGUV Grundsatz 209-085 und TRGS-Anforderungen die passende Abscheideeffizienz sicherstellen (z. B. H14 für krebserzeugende Stoffe)
  • Volumenstrom korrekt auslegen: Eine Unterdimensionierung der Anlage führt zu Überlastung und vorzeitigem Filterversagen
  • Differenzdrucküberwachung nutzen: Kontinuierliche Messung des Differenzdrucks zeigt Verstopfung oder Filterriss in Echtzeit an
  • Schulung der Bediener: Mitarbeiter müssen wissen, wie sie Anzeichen eines Filterausfalls erkennen und korrekt reagieren
  • Gefährdungsbeurteilung aktualisieren: Bei Prozessänderungen prüfen, ob die bestehende Absaugtechnik noch ausreichend ist

Für Betreiber von Schweißarbeitsplätzen oder Schleifprozessen gilt: Die Auslegung der Absauganlage muss auf den tatsächlichen Schadstoff, den Volumenstrom und die Raumgeometrie abgestimmt sein. Nur dann ist ein dauerhaft zuverlässiger Betrieb ohne Filterversagen möglich.

So unterstützt ULMATEC bei Filterausfall und Luftreinhaltung in der Werkstatt

Für Betreiber, die Filterausfälle in der Absauganlage zuverlässig verhindern und die Luftqualität in der Werkstatt dauerhaft sicherstellen müssen, analysiert ULMATEC den jeweiligen Werkstoff, Prozess und Volumenstrom und entwickelt, fertigt und montiert die passende Absauganlage dazu. Auslegung, Fertigung, Montage und Inbetriebnahme erfolgen aus einer Hand, hergestellt in Deutschland.

Konkret bieten wir:

  • Absauganlagen für Luftvolumina von 3.000 bis 250.000 m³/h in den Größen S bis XXL
  • Filtersysteme mit über 100 Filterkombinationen, ausgelegt für Partikel bis in den Submikrometerbereich
  • Integrierte Differenzdrucküberwachung und Steuerungstechnik zur Früherkennung von Filterversagen
  • W3-zertifizierte Systeme nach DIN EN ISO 21904 für Schweißrauch, einschließlich krebserzeugender Stoffe wie Chrom(VI)
  • Nassabscheider für reaktive Stäube aus Aluminium, Magnesium oder Titan
  • Servicekonzepte mit dokumentierten Wartungsintervallen zur langfristigen Betriebssicherheit
  • Förderfähigkeit nach BAFA und KfW für investitionsbewusste Betreiber

Sprechen Sie uns an, wenn Sie die Luftreinhaltung in Ihrer Werkstatt auf eine sichere, normenkonforme Grundlage stellen möchten. Einen umfassenden Überblick über das gesamte Spektrum an Absauganlagen von ULMATEC finden Sie auf unserer Produktseite. Nehmen Sie jetzt Kontakt auf und wir ermitteln gemeinsam die richtige Lösung für Ihren Prozess.

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