Wie viel Energie kostet eine Absauganlage — und wo lässt sie sich sparen? > ULMATEC Filtration

Wie viel Energie kostet eine Absauganlage — und wo lässt sie sich sparen?

Daniel Ehrhardt ·

Eine industrielle Absauganlage verbraucht je nach Volumenstrom, Betriebsstunden und Anlagenkonzept zwischen einigen hundert und mehreren tausend Kilowattstunden pro Jahr. Der größte Kostentreiber ist fast immer der Elektromotor des Ventilators, der kontinuierlich gegen den Druckabfall des Filtersystems arbeitet. Die folgenden Abschnitte zeigen, welche Faktoren den Energieverbrauch konkret bestimmen und wo sich nachweislich Strom sparen lässt.

Wie viel Strom verbraucht eine industrielle Absauganlage?

Der Stromverbrauch einer industriellen Absauganlage hängt direkt vom geförderten Luftvolumenstrom und dem Druckverlust im System ab. Als grobe Orientierung gilt: Je 1.000 m³/h Luftvolumenstrom und 1.000 Pa Druckverlust sind rund 0,28 kW elektrische Antriebsleistung erforderlich. Bei einer Anlage mit 10.000 m³/h und 2.000 Pa Druckverlust ergibt das bereits rund 2,8 kW Grundlast, die im Dauerbetrieb über das Jahr erhebliche Energiekosten erzeugt.

Entscheidend für die tatsächlichen Jahreskosten ist, wie viele Stunden die Anlage tatsächlich unter Last läuft. Eine Absauganlage, die 2.000 Betriebsstunden pro Jahr mit 5 kW läuft, verbraucht 10.000 kWh. Bei einem industriellen Strompreis von 0,20 EUR/kWh entspricht das 2.000 EUR jährlich, nur für den Ventilatorantrieb. Dazu kommen Druckluft für die Filterabreinigung, Steuerungsenergie und eventuelle Heizkosten bei Außenluftanlagen.

Viele Betriebe unterschätzen diese laufenden Energiekosten, weil sie beim Kauf nur den Anschaffungspreis vergleichen. Über eine Nutzungsdauer von zehn Jahren übersteigen die Energiekosten einer schlecht ausgelegten Absauganlage den Kaufpreis häufig um ein Vielfaches.

Welche Faktoren treiben den Energieverbrauch am stärksten?

Der Energieverbrauch einer Absauganlage wird durch vier Faktoren dominiert: den Volumenstrom, den Systemdruckverlust, die Betriebsweise des Ventilators und den Beladungszustand des Filters. Wer diese vier Stellschrauben kennt, kann gezielt eingreifen, bevor die Energiekosten außer Kontrolle geraten.

Überdimensionierung des Volumenstroms

Viele Anlagen werden mit zu hohem Volumenstrom ausgelegt, weil Sicherheitszuschläge auf Sicherheitszuschläge addiert werden. Da die Ventilatorleistung mit der dritten Potenz des Volumenstroms steigt, bedeutet 20 % zu viel Volumenstrom rund 73 % mehr Energiebedarf. Eine präzise Auslegungsrechnung auf Basis des tatsächlichen Bedarfs ist daher keine Sparmaßnahme zweiter Klasse, sondern die wirksamste Einzelmaßnahme überhaupt.

Druckverlust durch verschmutzte oder falsch gewählte Filter

Ein zugesetzter Filter erhöht den Systemdruckverlust spürbar. Der Ventilator muss stärker arbeiten, um denselben Volumenstrom zu fördern. Wer Filter zu selten wechselt oder eine falsch gewählte Filterkombination einsetzt, zahlt diesen Aufwand direkt über die Stromrechnung. Eine bedarfsgerechte Filterabreinigung mit Differenzdrucksteuerung reduziert diesen Effekt erheblich.

Was ist der Unterschied zwischen zentraler und dezentraler Absaugung beim Energieverbrauch?

Zentrale Absauganlagen erfassen mehrere Arbeitsplätze über ein gemeinsames Rohrleitungsnetz und einen zentralen Ventilator. Dezentrale Anlagen arbeiten mit einzelnen Geräten direkt am Arbeitsplatz. Beim Energieverbrauch ist weder das eine noch das andere Konzept grundsätzlich überlegen, entscheidend ist die Gleichzeitigkeit der Nutzung.

Bei zentralen Anlagen spielt der Gleichzeitigkeitsfaktor (GZF) eine zentrale Rolle. Der GZF beschreibt das Verhältnis der gleichzeitig aktiven Absaugstellen zur Gesamtzahl aller Absaugstellen. Der Gleichzeitigkeitsfaktor kann die Anlagengröße um bis zu 40 % reduzieren. Ein Betrieb mit 20 Absaugplätzen muss also nicht für 20, sondern realistisch für etwa 12 gleichzeitig aktive Plätze auslegen. Dieser Faktor sollte jedoch immer anhand der tatsächlichen Produktionsabläufe ermittelt und dokumentiert werden.

Dezentrale Geräte laufen dagegen oft unabhängig voneinander, auch wenn an benachbarten Plätzen gerade nicht gearbeitet wird. Das summiert sich zu einem hohen Grundverbrauch. Zentrale Anlagen mit drehzahlgeregeltem Antrieb und bedarfsgesteuertem Betrieb sind in Mehrschichtbetrieben mit wechselnder Auslastung energetisch meist im Vorteil. Bei wenigen Absaugplätzen mit dauerhafter Gleichzeitigkeit können dezentrale Lösungen jedoch günstiger sein. Die Entscheidung setzt eine konkrete Bedarfsanalyse voraus, keine pauschale Empfehlung.

Weitere Informationen zu den verfügbaren Anwendungen und Konzepten helfen bei der Einordnung des eigenen Bedarfs.

Wie lässt sich der Energieverbrauch einer Absauganlage konkret senken?

Den Energieverbrauch einer bestehenden oder neu zu planenden Absauganlage senken Sie am wirksamsten durch vier Maßnahmen: drehzahlgeregelte Antriebe, bedarfsgesteuerten Betrieb, korrekte Auslegung des Volumenstroms und konsequentes Filtermonitoring. Diese Maßnahmen lassen sich einzeln oder kombiniert umsetzen.

  • Frequenzumrichter (FU) am Ventilatormotor: Ein drehzahlgeregelter Antrieb passt die Förderleistung kontinuierlich an den tatsächlichen Bedarf an. Da die Ventilatorleistung kubisch mit der Drehzahl steigt, bringt bereits eine Drehzahlreduzierung von 20 % rund 49 % weniger Energiebedarf.
  • Bedarfsgesteuerte Steuerung: Absauganlagen, die nur dann laufen, wenn tatsächlich an einem Arbeitsplatz gearbeitet wird, vermeiden Leerlaufverluste. Maschinenverknüpfung oder Präsenzsensoren steuern den Betrieb automatisch.
  • Differenzdrucküberwachung am Filter: Statt nach Zeitplan zu wechseln, reagiert die Anlage auf den tatsächlichen Filterzustand. Das vermeidet sowohl unnötige Wechsel als auch den erhöhten Energiebedarf durch zugesetzte Filter.
  • Rohrleitungsoptimierung: Unnötige Bögen, zu enge Querschnitte und undichte Verbindungen erhöhen den Druckverlust und damit den Energiebedarf. Eine Überprüfung des Rohrnetzes amortisiert sich oft innerhalb weniger Betriebsjahre.
  • Wärmerückgewinnung: Absauganlagen, die warme Hallenluft abführen, können diese Energie über Wärmetauscher zurückgewinnen und für Heizzwecke nutzen. Das reduziert den Gesamtenergiebedarf des Betriebs, auch wenn der Stromverbrauch der Absauganlage selbst unverändert bleibt.

Wer die Absauganlage neu plant, sollte Energieeffizienz nicht als nachträgliche Option, sondern als Auslegungskriterium von Anfang an berücksichtigen.

Welche Förderungen gibt es für energieeffiziente Absauganlagen?

Für energieeffiziente Absauganlagen kommen in Deutschland mehrere Förderprogramme in Betracht. Die wichtigsten Anlaufstellen sind das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die KfW-Bankengruppe. Beide Programme fördern Investitionen in effiziente Lüftungs- und Filtertechnik unter bestimmten Voraussetzungen.

Das BAFA-Programm zur Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (EEW) unterstützt Investitionen in effiziente Querschnittstechnologien, zu denen Ventilatoren und Antriebe mit Frequenzumrichter zählen. Voraussetzung ist in der Regel ein Energieberatungsbericht, der die Einsparung dokumentiert. Die Förderquoten und Konditionen ändern sich regelmäßig; eine Antragstellung sollte immer vor Beauftragung erfolgen, nicht nachträglich.

Die KfW bietet über das Programm “Bundesförderung für effiziente Gebäude” (BEG) und spezifische Unternehmenskredite ebenfalls Finanzierungsmöglichkeiten für Lüftungs- und Filtertechnik. Für produzierende Betriebe ist zusätzlich das KfW-Programm “Energieeffizienz und Prozesswärme aus erneuerbaren Energien in der Wirtschaft” (EEW) relevant.

Wichtig: Förderfähig sind in der Regel nur Anlagen, die nachweislich eine Energieeinsparung gegenüber dem Referenzzustand erzielen. Eine vollständige technische Dokumentation der Anlage ist daher nicht nur für den Arbeitsschutz, sondern auch für die Förderantragstellung unerlässlich. Betriebe sollten frühzeitig einen zugelassenen Energieberater einbinden, um die Fördervoraussetzungen zu prüfen.

So unterstützt ULMATEC bei der Energieeffizienz Ihrer Absauganlage

Wir analysieren bei ULMATEC den tatsächlichen Volumenstrom, die Prozessanforderungen und die Betriebszeiten, bevor wir eine Anlage auslegen. Auslegung, Fertigung, Montage und Inbetriebnahme erfolgen aus einer Hand, hergestellt in Deutschland. Konkret bedeutet das für Sie:

  • Individuelle Auslegungsrechnung auf Basis des tatsächlichen Gleichzeitigkeitsfaktors (GZF), um Überdimensionierung und unnötige Energiekosten zu vermeiden
  • Integration drehzahlgeregelter Antriebe und bedarfsgesteuerter Steuerungen als Standard, nicht als Aufpreisoption
  • Auswahl aus der CF-Serie (Entstauber, Baugrößen S bis XXL) sowie WE-Nassabscheidern und EF-Ölnebelabscheidern, abgestimmt auf Ihren Prozess und Volumenstrom
  • Vollständige technische Dokumentation für Förderanträge bei BAFA und KfW
  • Alle Anlagen werden nach den für den jeweiligen Prozess einschlägigen Regelwerken ausgelegt: bei schweißtechnischen Prozessen nach DIN EN ISO 21904 und TRGS 528, bei Zerspanung und Kunststoffbearbeitung nach TRGS 504, TRGS 900 und GefStoffV

Wenn Sie wissen möchten, wie viel Energie Ihre aktuelle oder geplante Absauganlage tatsächlich verbraucht und wo konkret Einsparpotenzial liegt, sprechen Sie uns direkt an. Über unseren Kontakt erreichen Sie unsere Spezialisten für eine erste Einschätzung ohne Umwege.

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