Wann ist eine mobile Schweißrauchabsaugung die bessere Wahl? > ULMATEC Filtration

Wann ist eine mobile Schweißrauchabsaugung die bessere Wahl?

Daniel Ehrhardt ·

Eine mobile Schweißrauchabsaugung ist dann die bessere Wahl, wenn Schweißarbeiten an wechselnden Standorten stattfinden, Arbeitsplätze nicht fest installiert sind oder eine stationäre Anlage wirtschaftlich nicht sinnvoll ist. Die Entscheidung hängt im Wesentlichen von der Anzahl der Schweißplätze, der Häufigkeit der Nutzung und dem abzusaugenden Schadstoff ab. Dieser Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen rund um mobile Schweißrauchabsaugung, damit Sie die richtige Entscheidung für Ihren Betrieb treffen.

Wann reicht eine mobile Schweißrauchabsaugung nicht mehr aus?

Eine mobile Schweißrauchabsaugung stößt an ihre Grenzen, wenn mehrere Schweißarbeitsplätze gleichzeitig betrieben werden, hochlegierte Chrom-Nickel-Stähle verarbeitet werden oder der Volumenstrom eines einzelnen Geräts den tatsächlichen Absaugbedarf nicht mehr abdeckt. Ab einer bestimmten Anzahl aktiver Schweißplätze oder bei besonders gefährlichen Emissionen ist eine stationäre oder zentrale Lösung technisch und rechtlich notwendig.

Konkret wird eine mobile Absauganlage unzureichend, wenn folgende Situationen eintreten:

  • Mehr als zwei bis drei Schweißplätze werden regelmäßig gleichzeitig betrieben.
  • Es wird an hochlegierten Chrom-Nickel-Stählen geschweißt, was Abscheider der Abscheideklasse W3 nach DIN EN ISO 21904-2 erfordert. Beim Schweißen hochlegierter Chrom-Nickel-Stähle fordert die TRGS 528 Abscheider der Abscheideklasse W3.
  • Der Arbeitsplatz ist fest und dauerhaft eingerichtet, sodass Mobilität keinen praktischen Vorteil bietet.
  • Die Gefährdungsbeurteilung nach GefStoffV ergibt, dass krebserzeugende Stoffe wie Chrom(VI)-Verbindungen anfallen. Für diese gilt das Minimierungsgebot.
  • Betriebe, die bei einer BG-Prüfung keine ausreichende Absaugtechnik nachweisen können, riskieren Bußgelder, Auflagen und im Schadensfall die persönliche Haftung verantwortlicher Führungskräfte.

Ein weiterer Faktor ist die Luftrückführung. Mobile Geräte arbeiten oft im Umluftbetrieb. Bei krebserzeugenden Schweißrauchemissionen schreibt die TRGS 560 besondere Anforderungen an die Dichtheit und Filterleistung vor. Kann ein mobiles Gerät diese nicht erfüllen, ist der Wechsel zu einer stationären Absauganlage zwingend.

Welche Vorteile hat eine mobile Schweißrauchabsaugung gegenüber stationären Anlagen?

Mobile Schweißrauchabsaugung bietet gegenüber stationären Anlagen vor allem Flexibilität, geringere Investitionskosten und schnelle Einsatzbereitschaft. Sie ist ideal für Betriebe mit wechselnden Schweißstandorten, saisonalem Bedarf oder kleinen Werkstätten, in denen eine fest installierte Anlage wirtschaftlich nicht darstellbar ist.

Die wesentlichen Vorteile im Überblick:

  • Flexibler Einsatzort: Das Gerät lässt sich dorthin bringen, wo gerade geschweißt wird, etwa bei Montagearbeiten vor Ort oder in wechselnden Produktionsbereichen.
  • Geringere Investition: Der Anschaffungspreis eines mobilen Geräts liegt deutlich unter dem einer zentralen Absauganlage mit Rohrleitungssystem.
  • Keine baulichen Maßnahmen: Es sind keine festen Rohrleitungen, Wanddurchbrüche oder Aufhängungen erforderlich.
  • Schnelle Inbetriebnahme: Ein mobiles Gerät ist sofort einsatzbereit, ohne Planungs- und Montagezeit.
  • Skalierbarkeit: Für zusätzliche Schweißplätze lässt sich ein weiteres Gerät beschaffen, ohne die Gesamtanlage umzuplanen.

Stationäre und zentrale Absauganlagen hingegen punkten bei dauerhaft hoher Auslastung, vielen gleichzeitigen Schweißplätzen und der Möglichkeit, Luftreinigung, Klimatisierung und Wärmerückgewinnung intelligent zu kombinieren. Die Entscheidung ist keine Frage des Komforts, sondern der Auslegung auf den tatsächlichen Betrieb.

Für welche Branchen und Anwendungen eignet sich mobile Absaugung besonders?

Mobile Schweißrauchabsaugung eignet sich besonders für Metallbaubetriebe, Schlossereien, Reparaturwerkstätten, den Fahrzeugbau sowie für Montage- und Serviceeinsätze außerhalb fester Produktionshallen. Überall dort, wo Schweißarbeiten nicht an einem festen Platz stattfinden, ist Mobilität ein entscheidender Vorteil.

Typische Anwendungsfälle sind:

  • Kleine Werkstätten mit einem oder zwei Schweißplätzen, die keine zentrale Infrastruktur benötigen.
  • Montagebetriebe, die Schweißarbeiten direkt beim Kunden oder auf Baustellen ausführen.
  • Reparatur und Instandhaltung in Produktionsbetrieben, wo gelegentlich und an wechselnden Stellen geschweißt wird.
  • Lohnschweißereien mit variierendem Auftragsvolumen und unterschiedlichen Werkstoffen.
  • Ausbildungsstätten, in denen Schweißplätze flexibel auf- und abgebaut werden.

Für Branchen wie den Fahrzeugbau oder den Maschinenbau, in denen täglich viele Schweißplätze gleichzeitig aktiv sind, ist eine stationäre oder dezentrale Absauganlage in der Regel die wirtschaftlichere Lösung. Hier lohnt sich eine genaue Analyse der gleichzeitig aktiven Schweißplätze, bevor eine Entscheidung getroffen wird.

Welche Filterklassen und Normen müssen mobile Schweißrauchabsauger erfüllen?

Mobile Schweißrauchabsauger müssen die Abscheideklassen W1, W2 oder W3 nach DIN EN ISO 21904-2 erfüllen, je nach verarbeitetem Werkstoff. Die W-Klasse ist eine Geräteklassifizierung ausschließlich für Schweißrauchabscheider und richtet sich nach dem Chrom-Nickel-Anteil des geschweißten Materials.

Abscheideklassen im Überblick

Die drei Abscheideklassen nach DIN EN ISO 21904-2 unterscheiden sich nach dem Abscheidegrad und dem eingesetzten Werkstoff:

  • W1: Mindestens 95 % Abscheidegrad, geeignet für unlegierte und niedriglegierte Stähle wie Baustahl mit einem Cr/Ni-Anteil unter 5 %.
  • W2: Mindestens 98 % Abscheidegrad, für legierte Stähle mit einem Cr/Ni-Anteil bis 30 %.
  • W3: Mindestens 99 % Abscheidegrad, für hochlegierte Chrom-Nickel-Stähle und Edelstahl mit einem Cr/Ni-Anteil über 30 %. W3-Geräte werden vom Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) geprüft.

Normative Anforderungen und Regelwerke

Neben der Geräteklasse sind folgende Regelwerke relevant:

  • TRGS 528: Beim Schweißen hochlegierter Chrom-Nickel-Stähle fordert die TRGS 528 Abscheider der Abscheideklasse W3. Die TRGS 528 betrifft ausschließlich schweißtechnische Arbeiten.
  • DGUV Information 209-016: Gibt Hinweise zu Schadstoffen beim Schweißen und bei verwandten Verfahren.
  • TRGS 560: Regelt die Luftrückführung bei krebserzeugenden Gefahrstoffen, relevant wenn ein mobiles Gerät im Umluftbetrieb arbeitet.
  • GefStoffV: Die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung ist Grundlage für die Auswahl der richtigen Abscheideklasse.

Wichtig: Die W-Klassen gelten ausschließlich für Schweißrauch. Für Metallstaub aus Zerspanung oder Schleifprozessen gelten die Geräteklassen L, M oder H nach DIN EN IEC 60335-2-69, abgeleitet vom jeweiligen Arbeitsplatzgrenzwert. Diese Systeme dürfen nicht miteinander vermischt werden.

Was kostet eine mobile Schweißrauchabsaugung im Vergleich?

Mobile Schweißrauchabsauger sind in der Anschaffung deutlich günstiger als stationäre oder zentrale Absauganlagen, verursachen aber bei intensiver Dauernutzung höhere laufende Kosten durch Filterwechsel und Energieverbrauch. Der Gesamtkostenvergleich muss immer den konkreten Nutzungsumfang berücksichtigen.

Für die Kostenbetrachtung sind folgende Faktoren entscheidend:

  • Anschaffungskosten: Ein mobiles Gerät erfordert keine Rohrleitungen, keine Montage und keine baulichen Maßnahmen. Die Investition beschränkt sich auf das Gerät selbst.
  • Betriebskosten: Filterwechselintervalle, Energieverbrauch und Wartungsaufwand sind bei mobilen Geräten pro Absaugstelle oft höher als bei zentralen Anlagen, die mehrere Plätze gleichzeitig versorgen.
  • Skalierung: Werden mehrere mobile Geräte für mehrere Schweißplätze benötigt, steigen Anschaffungs- und Betriebskosten schnell. Eine zentrale Anlage mit einem Gleichzeitigkeitsfaktor kann die Anlage um bis zu 40 % kleiner dimensionieren, weil nicht alle Schweißplätze gleichzeitig aktiv sind.
  • Förderfähigkeit: Absauganlagen sind meist über Programme wie BAFA oder KfW förderfähig. Ob eine konkrete Anlage förderfähig ist, hängt von den jeweils geltenden Voraussetzungen und einer individuellen Prüfung ab.

Als Faustregel gilt: Bis zu zwei Schweißplätzen mit gelegentlichem Betrieb ist die mobile Lösung wirtschaftlich sinnvoll. Bei drei oder mehr dauerhaft genutzten Schweißplätzen lohnt sich ein genauer Vergleich mit einer stationären oder zentralen Absauganlage.

Wie findet man die richtige mobile Absauganlage für den eigenen Betrieb?

Die richtige mobile Schweißrauchabsauganlage findet man durch eine strukturierte Analyse des Betriebs: Welcher Werkstoff wird geschweißt, wie viele Schweißplätze sind aktiv, und welche Normen müssen erfüllt werden? Aus diesen drei Faktoren ergibt sich die notwendige Abscheideklasse, der erforderliche Volumenstrom und die passende Gerätegröße.

Der Auswahlprozess folgt diesen Schritten:

  1. Gefährdungsbeurteilung erstellen: Welche Werkstoffe werden verarbeitet? Entstehen krebserzeugende Emissionen wie Chrom(VI)-Verbindungen beim Schweißen von Edelstahl? Die Gefährdungsbeurteilung ist die Grundlage jeder Geräteauswahl.
  2. Abscheideklasse festlegen: W1 für Baustahl, W2 für legierte Stähle, W3 für hochlegierte Chrom-Nickel-Stähle und Edelstahl. Bei krebserzeugenden Schweißrauchemissionen wie kobalthaltigem Schweißrauch ist die W3-Zertifizierung nach DIN EN ISO 21904 Pflicht.
  3. Erfassungselement wählen: Absaugarm, Brennerabsaugung oder Absaugtisch, je nach Schweißverfahren (MIG/MAG, WIG, Plasma) und Zugänglichkeit der Schweißstelle.
  4. Volumenstrom prüfen: Das Gerät muss den tatsächlichen Absaugbedarf abdecken. Hersteller geben den erforderlichen Volumenstrom in m³/h an.
  5. Umluft oder Abluft: Wird die gereinigte Luft in den Raum zurückgeführt (Umluft) oder nach außen abgeleitet (Abluft)? Bei krebserzeugenden Stoffen gelten für den Umluftbetrieb besondere Anforderungen nach TRGS 560.

Wer unsicher ist, welche Abscheideklasse oder welches Erfassungselement für seinen Betrieb passt, sollte eine fachkundige Beratung in Anspruch nehmen, bevor er ein Gerät beschafft. Die Produktauswahl hängt stark von den spezifischen Prozessbedingungen ab.

Wie ULMATEC bei der Schweißrauchabsaugung unterstützt

ULMATEC analysiert den jeweiligen Werkstoff, Prozess und Volumenstrom und entwickelt, fertigt und montiert die passende Absauganlage dazu, hergestellt in Deutschland. Für die Schweißrauchabsaugung bedeutet das:

  • Auslegung der Absauganlage auf Basis der Gefährdungsbeurteilung und der geltenden Normen (TRGS 528, DIN EN ISO 21904-2)
  • Auswahl der richtigen Abscheideklasse, W1, W2 oder W3, je nach verarbeitetem Werkstoff und Schadstoffprofil
  • Mobile Absauggeräte für flexible Einsatzorte sowie stationäre und zentrale Absauganlagen für dauerhaft betriebene Schweißplätze
  • Modulare Systeme, die Schweißrauch, Klimatisierung und Wärmerückgewinnung kombinieren, für energieeffiziente Prozesse und reduzierte Betriebskosten
  • Vollständige technische Dokumentation, Inbetriebnahme und Wartungsunterstützung
  • Anlagen, die meist über BAFA oder KfW förderfähig sind, abhängig von den jeweils geltenden Voraussetzungen und einer individuellen Prüfung

Wenn Sie wissen möchten, welche Absauganlage für Ihre Schweißarbeitsplätze die richtige ist, sprechen Sie uns direkt an. Wir bewerten gemeinsam mit Ihnen den tatsächlichen Bedarf und empfehlen die technisch und wirtschaftlich sinnvollste Lösung.

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