Welche Absaugtechnik eignet sich für das Gleitschleifen von Metallteilen?

Daniel Ehrhardt ·
Industrielle Absauganlage neben einer Vibrationsschleifmaschine mit taumelnden Metallteilen, feine Staubpartikel werden ins Absauggehäuse gezogen.

Für das Gleitschleifen von Metallteilen eignet sich in der Regel ein Nassabscheider als zentrale Absaugtechnik. Der Prozess arbeitet mit Wasser und Schleifmittel, sodass trockene Filteranlagen hier ungeeignet sind. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um Absaugtechnik, Nassabscheidung, Normen und Anlagenauslegung für diesen Prozess.

Welche Schadstoffe entstehen beim Gleitschleifen von Metallteilen?

Beim Gleitschleifen von Metallteilen entstehen vor allem Schleifschlamm, Metallpartikel, Schleifmittelabrieb und Aerosole aus dem Prozesswasser. Je nach Werkstoff kommen weitere Schadstoffe hinzu: Bei Aluminium oder Magnesium entstehen reaktive Metallstäube, bei legierten Stählen können Chrom- oder Nickelverbindungen freigesetzt werden.

Typische Herausforderung: Das Prozesswasser nimmt Feinpartikel, Öle und Schleifmittelreste auf. Beim Umwälzen oder Ablassen entsteht ein kontaminierter Schlamm, der sicher erfasst und abgeschieden werden muss. Aerosole aus dem Prozesswasser können in die Hallenluft gelangen und dort als einatembare Partikel eine Gesundheitsgefahr darstellen.

Für Betreiber in der Metallverarbeitung, die Gleitschleifprozesse mit legierten Werkstoffen betreiben, gilt das Minimierungsgebot nach TRGS 528 und TRGS 900 für Chrom(VI)-Verbindungen. Selbst wenn Cr(VI) nur in Spuren entsteht, ist eine wirksame Absaugung Pflicht. Die Gefährdungsbeurteilung nach §5 ArbSchG ist die Grundlage für die Auswahl der richtigen Absauganlage und Filtertechnik.

Welche Absaugtechnik eignet sich für nasse Schleifprozesse?

Für nasse Schleifprozesse wie das Gleitschleifen eignen sich ausschließlich Nassabscheider. Trockene Filteranlagen oder Entstauber sind für diese Anwendung ungeeignet, weil feuchte Partikel Filtermedien verkleben, die Filterwirkung aufheben und im schlimmsten Fall Brandgefahr durch reaktive Metallstäube erzeugen.

Nassabscheider arbeiten ohne trockene Filtermedien. Sie nutzen Wasser als Abscheidemedium und trennen Partikel, Schlamm und Aerosole direkt aus dem Luftstrom. Das Ergebnis ist eine gereinigte Abluft, die wieder in die Halle oder nach außen geführt werden kann.

Für reaktive Stäube aus Aluminium, Magnesium oder Titan ist der Nassabscheider technisch die einzig zulässige Option, da Trockenfilter mit diesen Stäuben eine Explosionsgefahr nach der ATEX-Richtlinie 2014/34/EU darstellen. Die DGUV Regel 109-002 gibt für schleifende Bearbeitung konkrete Anforderungen an die Erfassung und Absaugung vor.

Wie funktioniert ein Nassabscheider bei der Gleitschleifabsaugung?

Ein Nassabscheider saugt die mit Partikeln und Aerosolen beladene Luft an und leitet sie durch einen Wasservorhang oder ein Wasserbad. Die Partikel binden sich an das Wasser, sinken ab und sammeln sich als Schleifschlamm im Abscheidebehälter. Die gereinigte Luft verlässt das System über einen Tropfenabscheider.

Der Prozess läuft in mehreren Stufen ab:

  1. Erfassung: Die schadstoffbeladene Luft wird an der Entstehungsquelle, zum Beispiel an der Gleitschleifmaschine, durch eine Absaughaube oder einen Absaugstutzen erfasst.
  2. Vorabscheidung: Grobe Partikel und Schleifschlamm werden durch Fliehkraft oder einen Vorfilter abgetrennt.
  3. Nassabscheidung: Feine Partikel und Aerosole binden sich im Wasserkreislauf und werden ausgefällt.
  4. Tropfenabscheidung: Wasseranteile in der Abluft werden durch einen Tropfenabscheider zurückgehalten.
  5. Schlammentsorgung: Der abgeschiedene Schleifschlamm wird in einem Behälter gesammelt und regelmäßig entsorgt.

Der Wasserkreislauf kann im geschlossenen System betrieben werden, um den Wasserverbrauch zu minimieren. Die Wartungsintervalle richten sich nach dem Schlammanfall, der je nach Werkstoff und Durchsatz stark variiert.

Lässt sich Absaugtechnik beim Gleitschleifen mit Hallenlüftung kombinieren?

Ja, die Absaugtechnik beim Gleitschleifen lässt sich mit der Hallenlüftung kombinieren. Die gereinigte Abluft aus dem Nassabscheider kann als Umluft in die Halle zurückgeführt oder als Fortluft nach außen abgeleitet werden. Welche Variante sinnvoll ist, hängt von der Schadstoffklasse und den lokalen Vorschriften ab.

Bei der Umluftführung muss die Abluft die Anforderungen der TA Luft und der TRGS 900 erfüllen. Für Schadstoffe der Kategorie A (krebserzeugende Stoffe) ist Umluft in der Regel nicht zulässig. Bei unkritischen Stäuben und Aerosolen kann die Rückführung in die Halle energetisch sinnvoll sein, weil Heizenergie eingespart wird.

Eine Kombination mit dem Hallenlüftungssystem ermöglicht außerdem eine gleichmäßige Druckverteilung in der Halle, vermeidet Zugluft und unterstützt die allgemeine Luftqualität am Arbeitsplatz. Voraussetzung ist eine abgestimmte Auslegung von Absaugvolumenstrom und Zuluftmenge.

Welche Normen und Vorschriften gelten für die Absaugung beim Gleitschleifen?

Für die Absaugung beim Gleitschleifen von Metallteilen gelten mehrere Normen und Vorschriften gleichzeitig. Die wichtigsten sind die DGUV Regel 109-002, die TRGS 900 (Arbeitsplatzgrenzwerte), die TRGS 528 (Schweißtechnische Arbeiten, sinngemäß anwendbar auf Metallbearbeitung) sowie die ATEX-Richtlinie 2014/34/EU bei reaktiven Stäuben.

  • DGUV Regel 109-002: Regelt den Umgang mit Kühlschmierstoffen und die Anforderungen an Absauganlagen bei der spanenden Bearbeitung.
  • TRGS 900: Legt Arbeitsplatzgrenzwerte für Luftschadstoffe fest, die durch Messung am Arbeitsplatz einzuhalten sind.
  • ATEX 2014/34/EU: Gilt bei explosionsfähigen Stäuben wie Aluminium oder Magnesium und schreibt explosionsgeschützte Absauganlagen vor.
  • TA Luft: Regelt die Emissionsgrenzwerte für Fortluft, die ins Freie abgeleitet wird.
  • §5 ArbSchG: Verpflichtet Betreiber zur Gefährdungsbeurteilung als Basis für alle Schutzmaßnahmen.

Betriebe, die bei einer BG-Prüfung keine ausreichende Absaugtechnik nachweisen können, riskieren Bußgelder, Auflagen und im Schadensfall die persönliche Haftung verantwortlicher Führungskräfte.

Wann sollte eine zentrale statt einer dezentralen Absauganlage eingesetzt werden?

Eine zentrale Absauganlage ist sinnvoll, wenn mehrere Gleitschleifmaschinen gleichzeitig betrieben werden, der Gesamtvolumenstrom über ca. 3.000 m³/h liegt oder eine einheitliche Schlamm- und Wasseraufbereitung wirtschaftlicher ist als mehrere Einzellösungen.

Dezentrale Lösungen eignen sich für einzelne Maschinen oder räumlich getrennte Arbeitsstationen, bei denen eine Rohrleitung unwirtschaftlich wäre. Bei einer zentralen Anlage wird der Absaugvolumenstrom aller angeschlossenen Maschinen über ein Rohrleitungsnetz zu einem gemeinsamen Nassabscheider geführt. Das reduziert den Wartungsaufwand und ermöglicht eine zentrale Schlamm- und Wasserentsorgung.

Für die Auslegung sind folgende Parameter entscheidend:

  • Anzahl und Typ der Gleitschleifmaschinen
  • Gleichzeitigkeitsfaktor (wie viele Maschinen laufen zeitgleich?)
  • Werkstoff und Schleifmittel (bestimmt die Schadstoffklasse)
  • Verfügbarer Platz für die zentrale Anlage und das Rohrleitungsnetz
  • Anforderungen an Schlamm- und Wasserentsorgung

Zentrale Anlagen lassen sich außerdem mit Wärmerückgewinnung ausstatten, was bei größeren Volumenströmen zu messbaren Einsparungen bei den Heizkosten führt. Die Entscheidung zwischen zentraler und dezentraler Lösung sollte auf Basis einer vollständigen Prozessanalyse getroffen werden.

Wie ULMATEC bei der Absaugtechnik für das Gleitschleifen unterstützt

Für Betreiber in der Metallverarbeitung, die Gleitschleifprozesse absaugen müssen, analysiert ULMATEC den jeweiligen Werkstoff, Prozess und Volumenstrom und entwickelt, fertigt und montiert die passende Absauganlage dazu. Auslegung, Fertigung, Montage und Inbetriebnahme erfolgen aus einer Hand, hergestellt in Deutschland.

  • Nassabscheider für nasse Schleifprozesse, ausgelegt für Volumenströme von 500 bis 100.000 m³/h
  • Auswahl aus über 100 Filterkombinationen je nach Werkstoff, Schadstoffklasse und Normanforderung
  • Zentrale Absauganlagen in den Größen S bis XXL für Luftvolumen von 3.000 bis 250.000 m³/h
  • Kombination von Absaugung, Hallenlüftung und Wärmerückgewinnung in einem System
  • Alle Anlagen erfüllen die geltenden Normen (DGUV, TRGS, ATEX) und sind förderfähig nach BAFA und KfW
  • Lieferung inklusive vollständiger technischer Dokumentation für die Gefährdungsbeurteilung

Wenn Sie wissen möchten, welche Absauganlage für Ihren Gleitschleifprozess geeignet ist, sprechen Sie uns direkt an. Einen umfassenden Überblick über das gesamte Spektrum an Absauganlagen von ULMATEC finden Sie auf unserer Produktseite. Auf unserer Kontaktseite erreichen Sie unsere Spezialisten für eine technische Erstberatung ohne Umwege.

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