Wie hält man Waagen und Sensoren in staubiger Umgebung genau? > ULMATEC Filtration

Wie hält man Waagen und Sensoren in staubiger Umgebung genau?

Daniel Ehrhardt ·

Waagen und Sensoren in staubiger Umgebung bleiben genau, wenn Staubablagerungen auf Wägezellen, Messaufnehmern und Signalleitungen konsequent verhindert werden. Das gelingt am zuverlässigsten durch eine professionelle Absauganlage, die Staub direkt an der Entstehungsquelle erfasst, bevor er sich auf der Messtechnik niederschlägt. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen zu Schutzmaßnahmen, Normen und Wartungsintervallen.

Wie beeinträchtigt Staub die Messgenauigkeit von Waagen und Sensoren?

Staub beeinträchtigt die Messgenauigkeit von Waagen und Sensoren auf drei Wegen: mechanisch durch Ablagerungen auf Wägezellen und Führungen, elektrisch durch Kriechströme und Kurzschlüsse auf Leiterplatten sowie optisch durch Verschmutzung von Lichtschranken und Lasersendern. Schon wenige Milligramm Staubauftrag auf einer Wägezelle können das Messergebnis verfälschen.

Typische Herausforderung: In Produktionsbereichen mit Schleif-, Fräs- oder Mischprozessen entsteht kontinuierlich feiner A-Staub (alveolengängig). Für diesen Staubanteil gilt nach TRGS 900 ein Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) von 1,25 mg/m³. Bereits bei Konzentrationen unterhalb dieses Grenzwerts lagern sich Partikel auf empfindlichen Messelementen ab, weil Waagen und Sensoren dauerhaft in der Luftströmung stehen.

Besonders kritisch sind drei Effekte:

  • Mechanische Drift: Staub in Führungsschienen und Hebellagern erhöht die Reibung und verschiebt den Nullpunkt der Waage.
  • Elektrische Störungen: Leitfähige Stäube wie Metallspäne bilden auf Platinen Kriechpfade, die Messverstärker und Analogsignale verfälschen.
  • Optische Dämpfung: Sensoren, die mit Infrarot oder Laser arbeiten, verlieren Signalstärke, sobald Staub die Linsen oder Reflektoren belegt.

Für Betreiber in der Produktion, die Wiegedaten für Chargenprotokolle oder Qualitätssicherung benötigen, bedeutet jede Messabweichung direkte wirtschaftliche Konsequenzen: Ausschuss, Nacharbeit oder fehlerhafte Dokumentation.

Welche Schutzklassen und Normen gelten für Messtechnik in Staubumgebungen?

Für Messtechnik in staubiger Umgebung sind zwei Schutzkonzepte maßgeblich: die IP-Schutzart nach DIN EN 60529 schützt das Gerät selbst vor eindringendem Staub, während die Staubklasse nach DIN EN IEC 60335-2-69 die Leistungsanforderung an die Absauganlage beschreibt, die den Staub gar nicht erst entstehen lässt.

IP-Schutzart für Messtechnik

Die IP-Schutzart gibt an, wie gut ein Gerät gegen Fremdkörper und Feuchtigkeit geschützt ist. In staubreichen Industrieumgebungen sind Waagen und Sensoren mit mindestens IP54 sinnvoll, wobei IP65 oder IP67 vollständigen Staubschutz bieten. Die erste Ziffer beschreibt den Schutz gegen feste Fremdkörper: IP6x steht für vollständigen Schutz gegen Staub.

Staubklassen für Absauganlagen

Für die eingesetzte Absauganlage gilt die Geräteklassifizierung nach DIN EN IEC 60335-2-69. Die drei Klassen richten sich nach dem AGW des abgesaugten Staubs:

  • Staubklasse L: für Stäube mit AGW über 1 mg/m³, maximaler Durchlassgrad unter 1 %
  • Staubklasse M: für Stäube mit AGW ab 0,1 mg/m³, maximaler Durchlassgrad unter 0,1 %
  • Staubklasse H: für Stäube mit AGW unter 0,1 mg/m³ sowie krebserzeugende Stäube, maximaler Durchlassgrad unter 0,005 %

Wichtig: Staubklasse H ist eine Geräteeinstufung. Sie ist nicht identisch mit den Filtermedienklassen H13 oder H14 nach DIN EN 1822, auch wenn in der Praxis oft H13/H14-Filterstufen eingesetzt werden, um den Durchlassgrad zu erreichen. Wer diese beiden Systeme verwechselt, wählt unter Umständen das falsche Gerät.

Betriebe, die bei einer BG-Prüfung keine ausreichende Absaugtechnik nachweisen können, riskieren Bußgelder, Auflagen und im Schadensfall die persönliche Haftung verantwortlicher Führungskräfte.

Wie schützt eine professionelle Absauganlage Waagen und Sensoren dauerhaft?

Eine professionelle Absauganlage schützt Waagen und Sensoren dauerhaft, indem sie Staubpartikel direkt an der Entstehungsquelle erfasst und aus der Raumluft entfernt, bevor sie sich auf Messelementen ablagern können. Dieser Quellabsaugungsansatz ist wirksamer als jede nachträgliche Reinigung oder Kapselung der Messtechnik.

Der Schutzeffekt entsteht auf zwei Ebenen:

  • Primärer Schutz durch Quellabsaugung: Erfassungselemente wie Absaughauben oder Schlitzdüsen werden direkt am Bearbeitungsprozess positioniert. Der entstehende Unterdruck verhindert, dass Staubpartikel in den Raumbereich der Messtechnik gelangen.
  • Sekundärer Schutz durch Luftreinigung: Hallenlüftungssysteme oder Umluftfiltergeräte senken die Hintergrundkonzentration in der Gesamthalle und schützen so auch Messpunkte, die nicht direkt an einem Prozess stehen.

Für die Auslegung ist der Volumenstrom entscheidend. Dieser richtet sich nach dem Prozess, dem Material und der Anzahl gleichzeitig aktiver Absaugstellen. Der Gleichzeitigkeitsfaktor (GZF) beschreibt das Verhältnis der gleichzeitig aktiven Absaugstellen zur Gesamtzahl. Ein GZF von 0,6 ermöglicht eine bis zu 40 % kleinere Anlage, ohne Schutzwirkung zu verlieren.

Die Gefährdungsbeurteilung bildet die Grundlage für die Wahl der richtigen Geräteklasse und Filterstufe. Erst wenn Art, Menge und AGW des entstehenden Staubs bekannt sind, lässt sich die korrekte Staubklasse nach DIN EN IEC 60335-2-69 festlegen. Für die jeweilige Anwendung kann das Staubklasse L, M oder H bedeuten.

Welche Wartungsintervalle sind nötig, um die Messgenauigkeit zu erhalten?

Um die Messgenauigkeit in staubiger Umgebung zu erhalten, sind zwei parallele Wartungsstrategien nötig: regelmäßige Reinigung und Kalibrierung der Messtechnik selbst sowie planmäßige Wartung der Absauganlage, die den Staubeintrag begrenzt. Beide Intervalle hängen von der Staubbelastung im Betrieb ab.

Wartung der Messtechnik

Waagen sollten in staubreichen Bereichen mindestens monatlich auf Ablagerungen an Wägezellen, Führungen und Anschlussklemmen geprüft werden. Optische Sensoren erfordern oft wöchentliche Kontrollen der Linsen und Reflektoren. Die Kalibrierungsintervalle richten sich nach der geforderten Messgenauigkeit und den Vorgaben des Geräteherstellers sowie der zuständigen Eichbehörde, wenn geeichte Waagen im Einsatz sind.

Wartung der Absauganlage

Die Absauganlage selbst benötigt ebenfalls strukturierte Wartungsintervalle, damit ihre Schutzwirkung erhalten bleibt:

  • Filterelemente: Druckdifferenz regelmäßig prüfen; bei Entstaubern mit Abreinigungssystem den Abreinigungsdruck und die Ventilintervalle kontrollieren
  • Erfassungselemente: Absaughauben und Schlitzdüsen auf Verstopfungen und Beschädigungen prüfen, da reduzierter Volumenstrom die Schutzwirkung direkt mindert
  • Rohrleitungssystem: Ablagerungen in horizontalen Leitungsabschnitten können den Druckverlust erhöhen und den Volumenstrom verringern
  • Motorlager und Antrieb: nach Herstellervorgabe, typisch halbjährlich bis jährlich

Für Wartungsleistungen gilt: dokumentierte Wartungsnachweise sind bei BG-Prüfungen und im Schadensfall ein wichtiger Beleg für den ordnungsgemäßen Betrieb der Schutzmaßnahmen.

Wann sollte man Absaugtechnik nachrüsten statt Geräte zu ersetzen?

Absaugtechnik nachzurüsten ist sinnvoller, als Geräte zu ersetzen, wenn die Ursache von Messfehlern oder Geräteausfällen in der Staubbelastung der Umgebung liegt und nicht im Gerät selbst. Wer wiederholt dieselben Sensoren oder Waagen ersetzt, ohne die Staubquelle zu beseitigen, löst das eigentliche Problem nicht.

Folgende Indikatoren sprechen für eine Nachrüstung der Absaugtechnik:

  • Messabweichungen treten kurz nach der Reinigung oder Kalibrierung erneut auf
  • Austauschgeräte zeigen nach wenigen Wochen dieselben Ausfallbilder wie die Vorgänger
  • Sichtbare Staubablagerungen auf Messelementen trotz regelmäßiger Reinigung
  • Staubkonzentrationen in der Hallenluft, die den AGW-Werten nach TRGS 900 nahekommen oder diese überschreiten
  • Neue Prozesse oder Maschinen wurden eingeführt, ohne die Absaugkapazität anzupassen

Die Entscheidung zwischen Nachrüstung und Gerätetausch lässt sich mit einer einfachen Kosten-Nutzen-Betrachtung unterstützen: Wenn die Summe aus Gerätekosten, Ausfallzeiten und Kalibrieraufwand über zwei bis drei Jahre die Investition in eine Absauganlage übersteigt, ist die Nachrüstung wirtschaftlich. Hinzu kommt, dass eine funktionierende Absauganlage gleichzeitig den Arbeitsschutz verbessert und die Anforderungen aus der Gefährdungsbeurteilung erfüllt.

Für Betreiber in der Produktion, die bestehende Anlagen erweitern, bieten modulare Absauganlagen den Vorteil, dass Volumenstrom und Absaugstellen schrittweise angepasst werden können, ohne die gesamte Infrastruktur zu erneuern.

So unterstützt ULMATEC beim Schutz von Messtechnik in staubiger Umgebung

Für Betreiber, die Waagen und Sensoren in staubreichen Produktionsbereichen dauerhaft genau halten müssen, analysiert ULMATEC den jeweiligen Werkstoff, Prozess und Volumenstrom und entwickelt, fertigt und montiert die passende Absauganlage dazu. Alle Anlagen werden in Deutschland hergestellt und erfüllen die geltenden Normen, darunter DIN EN IEC 60335-2-69 für die Staubklasse.

Konkret bieten wir:

  • Entstauber (CF-Serie) in den Staubklassen L, M und H, ausgelegt für Luftvolumen von 1.500 bis 250.000 m³/h
  • Auswahl aus über 100 Filterkombinationen, abgestimmt auf den AGW des jeweiligen Staubs
  • Modulares Baukastensystem mit über 10 Millionen Varianten für die Nachrüstung in bestehende Produktionslinien
  • Hallenlüftungssysteme zur Absenkung der Hintergrundstaubkonzentration in der gesamten Fertigungshalle
  • Technische Dokumentation für BG-Prüfungen und Fördermittelanträge (BAFA, KfW)

Sprechen Sie uns an, wenn Ihre Messtechnik durch Staubbelastung leidet oder Sie eine bestehende Absauganlage erweitern möchten. Nehmen Sie jetzt Kontakt mit uns auf und schildern Sie Ihren Prozess. Wir ermitteln die passende Lösung.

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