Für Betreiber in der Metallfertigung, die sowohl schweißen als auch plasmaschneiden, stellt sich früher oder später eine zentrale Frage: Welche Absauglösung ist für diese Prozesse wirklich geeignet? Die Antwort hängt von den entstehenden Schadstoffen, den geltenden Normen und dem konkreten Betriebsablauf ab. Dieser Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen rund um Absaugtechnik für Schweißen und Plasmaschneiden direkt und praxisnah.
Typische Herausforderung: Viele Betriebe setzen eine einzige Absauganlage für mehrere Prozesse ein, ohne zu prüfen, ob die Filterkombination für alle entstehenden Emissionen geeignet ist. Das führt zu überlasteten Filtern, erhöhtem Wartungsaufwand und im schlimmsten Fall zu einer Gefährdung der Beschäftigten.
Was sind die Unterschiede zwischen Schweißrauch und Plasmarauch?
Schweißrauch und Plasmarauch unterscheiden sich hinsichtlich Partikelgröße, Zusammensetzung und Entstehungstemperatur erheblich. Schweißrauch besteht überwiegend aus ultrafeinen Metalloxidpartikeln unter 1 µm. Plasmarauch enthält zusätzlich gröbere Partikel, Metalloxide, Stickoxide (NOx) und je nach Grundmaterial auch Schwermetallverbindungen.
Beim Schweißen entstehen die Emissionen direkt in der Lichtbogenzone. Die Partikel sind sehr fein, thermisch belastet und können tief in die Atemwege eindringen. Beim Plasmaschneiden arbeitet der Prozess mit deutlich höheren Temperaturen und größeren Schnittfugen. Das Ergebnis sind ein höheres Gesamtemissionsvolumen pro Zeiteinheit sowie ein breiteres Partikelspektrum.
Hinzu kommt die Materialabhängigkeit: Wer beschichteten Stahl, Edelstahl oder Aluminium plasmaschneidet, erzeugt andere Schadstoffe als beim Schneiden von Baustahl. Chrom(VI)-Verbindungen aus Edelstahl gelten nach TRGS 561 als krebserzeugend und erfordern besondere Filterklassen. Diese Unterschiede sind entscheidend für die Auswahl des richtigen Filtersystems.
Welche Gesundheitsrisiken entstehen beim Plasmaschneiden und Schweißen?
Beide Prozesse erzeugen luftgetragene Schadstoffe, die ohne geeignete industrielle Absaugung zu ernsthaften Gesundheitsschäden führen können. Feinstaub und Metalloxide aus dem Schweißrauch können Lungenerkrankungen, Metallfieber und bei chronischer Exposition Krebs verursachen. Beim Plasmaschneiden kommen Stickoxide und Ozon als zusätzliche Gefahrstoffe hinzu.
Nach DGUV Information 209-044 und den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS 900) gelten für viele Schweißrauche und Schneidprozesse verbindliche Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW). Für Chrom(VI)-Verbindungen aus dem Schweißen oder Schneiden von Edelstahl gilt ein besonders niedriger Grenzwert von 0,01 mg/m³. Diese Werte lassen sich ohne technische Absaugmaßnahmen in der Regel nicht einhalten.
Typische Herausforderung: Betreiber unterschätzen die Emissionsmengen beim Plasmaschneiden, weil der Prozess schnell abläuft. Tatsächlich werden beim Plasmaschneiden pro Zeiteinheit deutlich mehr Partikel freigesetzt als beim manuellen Schweißen. Eine leistungsfähige Absauganlage ist daher kein optionales Zubehör, sondern eine gesetzliche Pflicht.
Wie funktioniert eine Absauganlage für Schweißrauch und Plasmarauch?
Eine Absauganlage für Schweißrauch und Plasmarauch folgt dem Prinzip: Erfassung an der Entstehungsquelle, Transport über ein Rohrleitungssystem und Filtration vor der Rückführung oder Abluftführung. Der entscheidende Schritt ist die Filtration, da die Partikelgrößen und Schadstoffklassen den Filtertyp bestimmen.
Erfassung: Nah an der Quelle
Je näher die Erfassungseinrichtung an der Emissionsquelle liegt, desto geringer muss der Volumenstrom sein. Beim Schweißen kommen Absaugbrenner, Absaugdüsen oder Absaugzangen zum Einsatz. Beim Plasmaschneiden werden häufig Absaugtische mit integrierter Unterflurabsaugung eingesetzt, die den Rauch direkt unter dem Schneidgut abführen.
Filtration: Klasse entscheidet
Für Schweißrauch aus Baustahl genügt in vielen Fällen ein Filtermedium der Klasse W3 nach DIN EN ISO 15012-1. Für krebserzeugende Stoffe wie Chrom(VI) ist die Filterklasse H (HEPA-Niveau) vorgeschrieben. Beim Plasmaschneiden mit gemischten Materialien empfiehlt sich eine mehrstufige Filterkombination aus Vorfilter, Hauptfilter und gegebenenfalls Aktivkohlestufe für Gase und Gerüche. Mehr zu den verfügbaren Filterprodukten und Absauganlagen finden Sie in unserem Produktbereich.
Welche Absauglösung eignet sich für Plasmaschneiden?
Für das Plasmaschneiden eignet sich eine leistungsstarke Absauganlage mit hohem Volumenstrom, einem robusten Vorfilter gegen grobe Partikel und einem Hauptfilter für Feinstaub. Bei Edelstahl oder beschichteten Materialien ist zusätzlich ein H-Klasse-Filter erforderlich. Absaugtische mit integrierter Unterflurabsaugung sind die effizienteste Erfassungsmethode.
Die benötigte Luftmenge hängt von der Tischgröße, der Schneidleistung und dem Material ab. Als Orientierung gilt: Ein Plasmaschneidtisch mit einer Fläche von 1.500 x 3.000 mm benötigt je nach Betriebsweise Volumenströme zwischen 3.000 und 15.000 m³/h. Ohne genaue Prozessbeschreibung lässt sich diese Angabe nicht präzise bestimmen.
Wichtig für die Planung ist der sogenannte Gleichzeitigkeitsfaktor: Wenn nicht alle Absaugzonen gleichzeitig aktiv sind, kann die Anlage deutlich kleiner dimensioniert werden. In der Praxis lässt sich die Anlagengröße durch eine genaue Analyse der gleichzeitig offenen Absaugstellen um bis zu 80 Prozent reduzieren. Eine Übersicht der Anwendungsbereiche für industrielle Absaugtechnik gibt einen ersten Orientierungsrahmen für die Planung.
Kann eine Anlage sowohl für Schweißen als auch Plasmaschneiden geeignet sein?
Ja, eine kombinierte Absauganlage für Schweißen und Plasmaschneiden ist möglich, wenn die Anlage auf den jeweils höheren Anforderungsfall ausgelegt wird. Entscheidend sind Volumenstrom, Filterklasse und die Erfassungsgeometrie an den jeweiligen Arbeitsplätzen. Eine zentrale Absauganlage kann mehrere Prozesse gleichzeitig bedienen, wenn das Rohrleitungsnetz entsprechend geplant ist.
Die Herausforderung bei kombinierten Anlagen liegt in der Filterkombination. Schweißrauch erfordert andere Filtermedien als die groben Partikel und Gase aus dem Plasmaschneiden. Eine mehrstufige Filterkaskade löst dieses Problem: Ein robuster Vorfilter scheidet grobe Partikel aus dem Plasmarauch ab, der Hauptfilter übernimmt die Feinstaubfiltration für beide Prozesse, und eine optionale Aktivkohlestufe bindet Gase und Gerüche.
Für zentrale Absauganlagen, die mehrere Arbeitsplätze versorgen, ist eine sorgfältige Bedarfsermittlung notwendig. Neben dem Volumenstrom spielen die Anzahl der gleichzeitig aktiven Absaugstellen, die Rohrleitungsführung und der Druckverlust eine zentrale Rolle. Ohne diese Angaben lässt sich kein belastbares Angebot erstellen. Unsere Serviceleistungen umfassen auch die technische Beratung zur Systemauslegung.
Welche Normen und Fördermöglichkeiten gelten für Absauganlagen?
Für Absauganlagen beim Schweißen und Plasmaschneiden gelten in Deutschland mehrere verbindliche Regelwerke. Die wichtigsten sind die DGUV Information 209-044 (Schweißrauche), TRGS 900 (Arbeitsplatzgrenzwerte), TRGS 561 (krebserzeugende Metallverbindungen) sowie die DIN EN ISO 15012-1 (Filterklassen für Schweißrauch). Bei explosionsgefährlichen Stäuben greift zusätzlich die ATEX-Richtlinie.
Fördermöglichkeiten bestehen über das BAFA-Programm „Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft“ sowie über KfW-Kredite für energieeffiziente Investitionen. Absauganlagen mit Wärmerückgewinnung oder besonders energieeffizienten Antrieben sind häufig förderfähig. Voraussetzung ist in der Regel ein Energieaudit oder ein entsprechender Nachweis über die Energieeinsparung.
Wichtig: Fördermittel setzen eine vollständige technische Dokumentation voraus. Dazu gehören Konformitätserklärungen, Betriebsanleitungen und bei Bedarf eine ATEX-Dokumentation. Diese Unterlagen sollten bereits bei der Planung der Anlage berücksichtigt werden, nicht erst bei der Abrechnung.
Wie wir bei ULMATEC bei Schweißrauch und Plasmarauch helfen
Für Betreiber in der Metallfertigung, die Absauglösungen für Schweißen, Plasmaschneiden oder beide Prozesse kombiniert benötigen, bieten wir bei ULMATEC konkrete technische Lösungen aus einer Hand. Unser modulares Baukastensystem ermöglicht mehr als 10 Millionen Systemkonfigurationen aus Standardkomponenten, sodass wir für nahezu jeden Volumenstrom und jede Filterkombination die passende Anlage auslegen können.
Was wir konkret leisten:
- Zentrale Absauganlagen für Luftvolumenströme von 3.000 bis 250.000 m³/h in den Größen S bis XXL
- Filtersysteme im Standard von 500 bis 100.000 m³/h mit über 100 verfügbaren Filterkombinationen
- Mehrstufige Filterkaskaden für kombinierte Prozesse (Schweißen und Plasmaschneiden)
- H-Klasse-Filter für krebserzeugende Stoffe wie Chrom(VI) nach TRGS 561
- Optionale Wärmerückgewinnung für energieeffiziente Betriebskosten
- Vollständige technische Dokumentation für BAFA- und KfW-Förderanträge
- Engineering, Fertigung und Montage als komplette Lösung aus einer Hand
Auf Basis einer strukturierten Bedarfsermittlung erstellen wir ein Angebot innerhalb von 24 Stunden. Alle Anlagen sind CE-konform, Made in Germany und ATEX-fähig. Nehmen Sie direkt Kontakt mit uns auf und schildern Sie uns Ihren Prozess. Wir klären gemeinsam, welche Absauganlage für Ihre Anwendung geeignet ist.
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