Wie lässt sich Schweißrauch in einer Werkhalle effektiv entfernen? > ULMATEC Filtration

Wie lässt sich Schweißrauch in einer Werkhalle effektiv entfernen?

Daniel Ehrhardt ·

Schweißrauch lässt sich in einer Werkhalle am effektivsten durch eine Kombination aus direkter Erfassung an der Entstehungsstelle und leistungsstarker Filtration entfernen. Entscheidend ist dabei, dass die Absauganlage auf den jeweiligen Werkstoff, das Schweißverfahren und die Hallengeometrie abgestimmt ist. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um Gesundheitsgefahren, Absaugmethoden, Filtertechnologien und gesetzliche Vorgaben.

Welche Gesundheitsgefahren gehen von Schweißrauch in der Werkhalle aus?

Schweißrauch enthält feine Partikel und gasförmige Schadstoffe, die beim Einatmen die Atemwege, die Lunge und das gesamte Herz-Kreislauf-System schädigen können. Besonders gefährlich ist Schweißrauch beim Verarbeiten von legierten Stählen: Dabei entstehen Chrom(VI)-Verbindungen und Nickeloxide, die von der Internationalen Krebsforschungsagentur als krebserzeugend eingestuft sind.

Die Gesundheitsrisiken hängen stark vom verarbeiteten Werkstoff ab:

  • Unlegierter Baustahl: Eisenoxidpartikel belasten die Atemwege und können bei dauerhafter Exposition zu Siderose führen.
  • Legierter Stahl und Edelstahl: Chrom(VI)-Verbindungen und Nickel gelten als krebserzeugend. Für diese Stoffe gilt das Minimierungsgebot nach TRGS 910.
  • Verzinkter Stahl: Zinkoxiddämpfe verursachen das sogenannte Metalldampffieber mit grippeähnlichen Symptomen.
  • Aluminium: Aluminiumoxidstaub reizt die Atemwege. Da Aluminiumstaub reaktiv ist, sind besondere Vorsichtsmaßnahmen bei der Absaugung erforderlich.

Hinzu kommen gasförmige Schadstoffe wie Ozon, Stickoxide und Kohlenmonoxid, die je nach Schweißverfahren in unterschiedlichen Konzentrationen entstehen. Betriebe, die bei einer BG-Prüfung keine ausreichende Absaugtechnik nachweisen können, riskieren Bußgelder, Auflagen und im Schadensfall die persönliche Haftung verantwortlicher Führungskräfte.

Welche Methoden gibt es, um Schweißrauch effektiv abzusaugen?

Es gibt drei grundlegende Methoden zur Schweißrauchabsaugung: die Punktabsaugung direkt an der Entstehungsstelle, die brennerintegrierte Absaugung und die Hallenabsaugung als ergänzende Maßnahme. Die effektivste Methode ist stets die Erfassung des Schweißrauchs so nah wie möglich an der Quelle.

Punktabsaugung mit Absaugarm

Ein flexibler Absaugarm wird direkt neben dem Schweißpunkt positioniert. Diese Methode eignet sich für stationäre Schweißarbeitsplätze, an denen der Schweißer an einem festen Ort arbeitet. Der Absaugarm muss regelmäßig nachgeführt werden, um die Erfassungseffizienz zu erhalten. Für das WIG-Schweißen, bei dem nur wenig Rauch entsteht, reicht oft ein Arm mit geringerem Volumenstrom aus.

Brennerintegrierte Absaugung

Bei der brennerintegrierten Absaugung ist die Erfassungseinheit direkt in den Schweißbrenner integriert. Der Rauch wird unmittelbar an der Entstehungsstelle abgesaugt, bevor er sich in der Hallenluft verteilt. Diese Methode ist besonders effektiv beim MIG/MAG-Schweißen und bei Schweißrobotern in der automatisierten Produktion. Der Nachteil: Das Gewicht des Brenners erhöht sich, was bei langen Schweißnähten ermüdend sein kann.

Absaugtisch und Schweißkabine

Ein Absaugtisch saugt den Rauch von unten durch ein perforiertes Arbeitspult ab. Diese Lösung eignet sich für kleinere Werkstücke und Werkstätten mit begrenztem Platz. Schweißkabinen kombinieren eine räumliche Einhausung mit einer integrierten Absaugung und bieten den höchsten Schutz für umliegende Bereiche.

Hallenabsaugung und Raumlüftung

Eine Hallenabsaugung oder Raumlüftung allein ist keine ausreichende Schutzmaßnahme nach TRGS 528. Sie kann jedoch als ergänzendes System eingesetzt werden, um die Grundbelastung in der Schweißerei zu senken. Voraussetzung ist, dass die Punktabsaugung an jedem Arbeitsplatz bereits vorhanden ist.

Was ist der Unterschied zwischen mobilen und zentralen Absauganlagen?

Mobile Schweißrauchabsauggeräte sind eigenständige Einheiten, die flexibel an verschiedenen Arbeitsplätzen eingesetzt werden können. Zentrale Absauganlagen hingegen versorgen mehrere Schweißarbeitsplätze gleichzeitig über ein festes Rohrleitungssystem. Die Wahl hängt von der Anzahl der Arbeitsplätze, der Hallenstruktur und der Regelmäßigkeit der Schweißarbeiten ab.

Mobile Schweißrauchabsaugung

Mobile Absauganlagen sind sofort einsatzbereit und erfordern keine baulichen Maßnahmen. Sie eignen sich für Betriebe mit wechselnden Schweißorten, kleineren Werkstätten oder als Ergänzung zu einer bestehenden Anlage. Der Nachteil: Jedes Gerät muss einzeln gewartet werden, und bei vielen Arbeitsplätzen steigen Anschaffungs- und Betriebskosten überproportional.

Stationäre und zentrale Schweißrauchabsaugung

Eine stationäre oder zentrale Absauganlage versorgt mehrere Schweißarbeitsplätze über ein Rohrnetz. Dabei kommt der Gleichzeitigkeitsfaktor (GZF) zum Tragen: Nicht alle Arbeitsplätze sind gleichzeitig aktiv. Bei 20 Schweißplätzen, von denen realistisch 12 gleichzeitig in Betrieb sind, lässt sich die Anlagengröße durch den GZF um bis zu 40 % reduzieren. Das senkt Investitions- und Energiekosten spürbar. Zentrale Absauganlagen für Schweißhallen sind langfristig wirtschaftlicher, wenn viele Arbeitsplätze dauerhaft betrieben werden. Mehr zu den verfügbaren Absauganlagen-Bauarten gibt es auf der entsprechenden Übersichtsseite.

Welche Filtertechnologie eignet sich am besten für Schweißrauch?

Für die Schweißrauchabsaugung werden Trockenfilter auf Kartuschen- oder Filterbeutelbasis eingesetzt. Die Wahl der richtigen Abscheideklasse richtet sich nach dem verarbeiteten Werkstoff und ist in DIN EN ISO 21904-2 geregelt. Die W-Klassen gelten ausschließlich für Schweißrauchabscheider und dürfen nicht auf andere Staubarten angewendet werden.

Die drei Abscheideklassen nach DIN EN ISO 21904-2 im Überblick:

  • W1 (mindestens 95 % Abscheidegrad): Für unlegierte und niedriglegierte Stähle wie Baustahl mit einem Chrom-/Nickelanteil unter 5 %.
  • W2 (mindestens 98 % Abscheidegrad): Für legierte Stähle mit einem Chrom-/Nickelanteil bis 30 %.
  • W3 (mindestens 99 % Abscheidegrad): Für hochlegierte Chrom-Nickel-Stähle und Edelstahl mit einem Cr/Ni-Anteil über 30 %. W3-Geräte werden vom Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) geprüft.

Beim Schweißen hochlegierter Chrom-Nickel-Stähle fordert TRGS 528 Abscheider der Abscheideklasse W3. Bei krebserzeugenden Stoffen und Anlagen mit W3-Zertifizierung nach DIN EN ISO 21904 empfiehlt sich grundsätzlich eine externe Prüfung. Diese Klassifizierung gilt ausschließlich für Schweißrauchabsauganlagen.

Wichtig: Die Staubklassen L, M und H nach DIN EN IEC 60335-2-69 gelten für Entstauber und trockene Staubabsaugung, nicht für Schweißrauchabscheider. Diese beiden Klassifizierungssysteme dürfen nicht verwechselt oder gleichgesetzt werden. Informationen zu den verfügbaren Filtersystemen und Produkten helfen bei der konkreten Geräteauswahl.

Welche gesetzlichen Vorgaben gelten für Schweißrauch am Arbeitsplatz?

Die zentrale Regelung für Schweißrauch am Arbeitsplatz ist die TRGS 528 (Technische Regel für Gefahrstoffe 528 “Schweißtechnische Arbeiten”). Sie verpflichtet Arbeitgeber, eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen und geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Ergänzend gelten die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) sowie DGUV-Regeln und -Informationen.

Die wichtigsten gesetzlichen Grundlagen im Überblick:

  • TRGS 528: Regelt Schutzmaßnahmen bei schweißtechnischen Arbeiten. Sie gilt ausschließlich für Schweißprozesse und verwandte Verfahren wie Plasma- und Laserschneiden sowie Löten.
  • GefStoffV: Verpflichtet Betriebe zur Gefährdungsbeurteilung und zur Einhaltung von Arbeitsplatzgrenzwerten.
  • TRGS 910: Gilt für krebserzeugende Stoffe wie Chrom(VI)-Verbindungen und Nickeloxide. Sie schreibt ein risikobezogenes Maßnahmenkonzept mit Akzeptanz- und Toleranzkonzentration vor. Das Minimierungsgebot für Cr(VI) ist dabei stets explizit zu beachten.
  • DIN EN ISO 21904: Legt Anforderungen an Einrichtungen zur Erfassung und Abscheidung von Schweißrauch fest, einschließlich der W-Klassen.
  • DGUV Information 209-044: Enthält praxisorientierte Hinweise zu Schweißarbeiten und Lüftungsmaßnahmen in Werkstätten.

Die Gefährdungsbeurteilung bildet die Grundlage für die Auswahl des richtigen Geräts und der richtigen Filterstufe. Ohne eine dokumentierte Beurteilung des Werkstoffs, des Schweißverfahrens und der Expositionssituation lässt sich weder die passende Abscheideklasse noch der erforderliche Volumenstrom zuverlässig bestimmen. Einen Überblick über mögliche Anwendungsbereiche und Branchen bietet die entsprechende Seite.

Wie lässt sich Schweißrauchabsaugung mit Wärmerückgewinnung kombinieren?

Schweißrauchabsaugung und Wärmerückgewinnung lassen sich kombinieren, indem die gereinigte Abluft nach der Filtration wieder in die Halle zurückgeführt wird. Diese Umluftbetrieb genannte Betriebsweise spart Heizenergie, weil keine vorgewärmte Raumluft nach außen abgeleitet wird. Voraussetzung ist, dass die Filterstufe die gesetzlichen Anforderungen für die Luftrückführung erfüllt.

Bei der Entscheidung zwischen Umluft- und Abluftsystem sind folgende Punkte maßgeblich:

  • Umluftbetrieb (Luftrückführung): Die gereinigte Luft wird in den Arbeitsbereich zurückgeleitet. Das spart Heizkosten, ist aber nur zulässig, wenn die Anlage die Anforderungen der TRGS 560 erfüllt und der Abscheidegrad für die jeweiligen Schadstoffe ausreicht. Bei krebserzeugenden Stoffen wie Chrom(VI) gelten besonders strenge Anforderungen an die Filterwirkung.
  • Abluftsystem: Die Abluft wird nach außen geführt. Dabei geht Heizenergie verloren, was insbesondere in großen Schweißhallen zu erheblichen Betriebskosten führt. Hier lässt sich ein Wärmetauscher einsetzen, der die Wärme der Abluft auf die Zuluft überträgt, bevor die Schadstoffe nach außen gelangen.

In der Praxis lassen sich Luftreinigung, Hallenklimatisierung und Wärmerückgewinnung intelligent verknüpfen. Eine zentrale Absauganlage mit integrierter Wärmerückgewinnung reduziert den Energieverbrauch messbar und senkt die Betriebskosten langfristig. Die Investition in eine solche Anlage kann grundsätzlich förderfähig sein, etwa über BAFA- oder KfW-Programme. Ob und in welchem Umfang eine Förderung greift, hängt von den jeweils geltenden Voraussetzungen und einer individuellen Prüfung ab. Informationen zu verfügbaren Services und Beratungsleistungen helfen bei der Planung.

Wie ULMATEC bei der Schweißrauchabsaugung hilft

ULMATEC analysiert den jeweiligen Werkstoff, das Schweißverfahren und den erforderlichen Volumenstrom und entwickelt, fertigt und montiert die passende Absauganlage dazu. Auslegung, Fertigung, Montage und Inbetriebnahme erfolgen aus einer Hand, hergestellt in Deutschland am Standort Dornstadt bei Ulm.

Was wir konkret anbieten:

  • Schweißrauchabscheider in den Abscheideklassen W1, W2 und W3 nach DIN EN ISO 21904-2, ausgelegt für Baustahl bis hin zu hochlegiertem Edelstahl
  • Mobile Absauganlagen für flexible Einsätze in Werkstätten und Produktionshallen, mobile Absauganlagen sind sofort einsatzbereit
  • Zentrale Absauganlagen für mehrere Schweißarbeitsplätze gleichzeitig, mit Gleichzeitigkeitsfaktor-Optimierung zur Reduzierung der Anlagengröße um bis zu 40 %
  • Brennerintegrierte Absaugung und Absaugarme für die direkte Erfassung an der Entstehungsstelle
  • Wärmerückgewinnung als integrierte Option für energieeffiziente Betriebsweise im Umluft- oder Abluftsystem
  • Vollständige technische Dokumentation inklusive Gefährdungsbeurteilungsunterlagen und Nachweisen für Behörden und Berufsgenossenschaften

Unsere Anlagen sind meist förderfähig über BAFA- und KfW-Programme. Die tatsächliche Förderung hängt von den jeweils geltenden Voraussetzungen und einer individuellen Prüfung ab. Sprechen Sie uns an: Wir beraten Sie konkret zu Ihrem Schweißprozess, Ihrer Hallengeometrie und der passenden Absauganlage. Kontaktieren Sie uns und schildern Sie Ihre Situation, damit wir gemeinsam die richtige Lösung für Ihre Schweißerei finden.

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