Eine Expositionsdatenbank ist eine strukturierte Sammlung von Messdaten zur Konzentration von Gefahrstoffen an realen Arbeitsplätzen. Metallbetriebe nutzen diese Daten als Vergleichswerte in der Gefährdungsbeurteilung: Sie zeigen, welche Schadstoffkonzentrationen bei bestimmten Tätigkeiten typischerweise auftreten, und helfen dabei einzuschätzen, ob der eigene Betrieb im kritischen Bereich liegt. Die folgenden Abschnitte erklären, welche Datenbanken relevant sind, wie die Daten korrekt eingesetzt werden und wann eigene Messungen unverzichtbar sind.
Welche Daten enthält eine Expositionsdatenbank und woher stammen sie?
Eine Expositionsdatenbank enthält gemessene Konzentrationen von Gefahrstoffen in der Atemluft an Arbeitsplätzen. Die Daten stammen aus Betriebsmessungen, die von Berufsgenossenschaften, staatlichen Behörden oder akkreditierten Messstellen durchgeführt wurden. Sie sind nach Tätigkeit, Stoff und Branche sortiert und dienen als repräsentative Vergleichsbasis für die betriebliche Gefährdungsbeurteilung.
Konkret sind in solchen Datenbanken folgende Informationen hinterlegt:
- Gemessene Gefahrstoffkonzentrationen (z. B. in mg/m³ oder Fasern/cm³)
- Tätigkeitsbeschreibungen (z. B. Schweißen, Schleifen, Plasmaschneiden)
- Verwendete Werkstoffe und Grundstoffe
- Angaben zu vorhandenen Schutzmaßnahmen zum Zeitpunkt der Messung
- Vergleich mit geltenden Arbeitsplatzgrenzwerten (AGW) nach TRGS 900
Die Messwerte entstammen realen Produktionsbedingungen. Sie sind keine theoretischen Modellwerte, sondern spiegeln das wider, was Beschäftigte unter vergleichbaren Bedingungen tatsächlich einatmen. Für Metallbetriebe sind insbesondere Daten zu Schweißrauch, Schleifstaub, Chromat-Verbindungen und anderen metallspezifischen Gefahrstoffen relevant.
Wie fließen Expositionsdaten konkret in die Gefährdungsbeurteilung ein?
Expositionsdaten aus anerkannten Datenbanken können in der Gefährdungsbeurteilung als Ersatz für eigene Messungen verwendet werden, wenn die beschriebene Tätigkeit und die Randbedingungen mit dem eigenen Betrieb vergleichbar sind. Dieses Vorgehen ist in der TRGS 402 ausdrücklich vorgesehen und wird als tätigkeitsbezogene Expositionsabschätzung bezeichnet.
Der Ablauf in der Praxis sieht typischerweise so aus:
- Tätigkeiten und eingesetzte Stoffe im Betrieb erfassen
- Passende Einträge in der Expositionsdatenbank identifizieren
- Randbedingungen vergleichen (Raumgröße, Luftwechsel, Schutzmaßnahmen)
- Datenbankwert dem geltenden AGW oder Beurteilungsmaßstab gegenüberstellen
- Schutzmaßnahmen ableiten oder bestehende Maßnahmen bestätigen
Wichtig: Der Datenbankwert gilt nur dann als belastbarer Nachweis, wenn die beschriebenen Bedingungen wirklich mit der eigenen Situation übereinstimmen. Weichen Werkstoff, Prozessparameter oder Lüftungssituation ab, verliert der Vergleich seine Aussagekraft. In solchen Fällen ist eine betriebsspezifische Messung erforderlich.
Welche Expositionsdatenbanken sind für Metallbetriebe besonders relevant?
Für Metallbetriebe in Deutschland sind vor allem drei Datenbanken und Informationsquellen maßgeblich: GESTIS, MEGA und die branchenspezifischen Informationsblätter der Berufsgenossenschaften. Jede dieser Quellen hat einen anderen Schwerpunkt und ergänzt die anderen.
GESTIS der DGUV
Die Gefahrstoff-Informationssystem-Datenbank der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) enthält umfangreiche Stoffdaten, Grenzwerte und toxikologische Informationen. Für Metallbetriebe besonders nützlich: GESTIS listet Arbeitsplatzgrenzwerte für Schweißrauche, Chrom(VI)-Verbindungen, Nickel und weitere metallspezifische Gefahrstoffe vollständig auf.
MEGA der BAuA
Das Messdaten-System Expositions-Gefahrstoffe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) enthält Hunderttausende Einzelmesswerte aus deutschen Betrieben. Die Daten sind nach Tätigkeit und Branche filterbar. Für typische Metallbearbeitungsprozesse wie Schweißen, Löten oder Schleifen finden sich dort belastbare Vergleichswerte.
Brancheninformationen der BG ETEM und BG Holz und Metall
Die zuständigen Berufsgenossenschaften veröffentlichen tätigkeitsbezogene Expositionsangaben in Handlungshilfen und Branchenregeln. Diese sind oft praxisnäher formuliert als reine Messdatentabellen und enthalten direkte Empfehlungen für Schutzmaßnahmen nach dem STOP-Prinzip.
Wann reichen Datenbankwerte aus – und wann braucht es eigene Messungen?
Datenbankwerte reichen aus, wenn die eigene Tätigkeit eindeutig einer beschriebenen Kategorie entspricht und die Randbedingungen vergleichbar sind. Eigene Messungen sind dann erforderlich, wenn die Tätigkeiten von den Datenbankeinträgen abweichen, neue Werkstoffe oder Verfahren eingesetzt werden oder der Datenbankwert bereits nah am Grenzwert liegt.
Konkrete Situationen, in denen eigene Messungen nach TRGS 402 notwendig werden:
- Einsatz von Sonderlegierungen oder beschichteten Werkstoffen ohne Datenbankabdeckung
- Kombination mehrerer Gefahrstoffe mit additiver Wirkung
- Ungewöhnliche Raumgeometrien oder eingeschränkte Lüftungsbedingungen
- Tätigkeiten mit krebserzeugenden Stoffen wie Chrom(VI) oder Nickelverbindungen (hier gilt das Minimierungsgebot nach TRGS 910)
- Vorliegen von Beschwerden oder Erkrankungshinweisen bei Beschäftigten
Betriebe, die bei einer BG-Prüfung keine ausreichende Absaugtechnik nachweisen können, riskieren Bußgelder, Auflagen und im Schadensfall die persönliche Haftung verantwortlicher Führungskräfte. Wer sich auf Datenbankwerte stützt, sollte die Vergleichbarkeit der Randbedingungen schriftlich dokumentieren und in regelmäßigen Abständen überprüfen, ob sich Prozesse oder Werkstoffe verändert haben.
Wie unterstützt eine gute Absaugtechnik die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung?
Eine wirksame Absauganlage verändert die Expositionssituation am Arbeitsplatz grundlegend. Sie reduziert die Gefahrstoffkonzentration in der Atemluft und kann dazu beitragen, dass Datenbankwerte mit Schutzmaßnahmen auf das eigene Unternehmen übertragbar werden. Ohne funktionierende Absaugtechnik sind viele Datenbankvergleiche nicht zulässig, weil die Messbedingungen der Datenbank oft bereits eine Grundabsaugung voraussetzen.
Für die Schweißrauch Gefährdungsbeurteilung gilt: Absauganlagen müssen so ausgelegt sein, dass sie den Schadstoff direkt an der Entstehungsstelle erfassen, bevor er in die Atemzone des Beschäftigten gelangt. Nur dann ist der Vergleich mit Datenbankwerten, die unter ähnlichen Absaugbedingungen ermittelt wurden, methodisch korrekt.
Bei krebserzeugenden Stoffen wie Chrom(VI)-Verbindungen, die beim Schweißen von hochlegierten Stählen entstehen, greift das Minimierungsgebot nach TRGS 910. Hier reicht es nicht, den AGW einzuhalten. Die Exposition ist auf das technisch und organisatorisch mögliche Minimum zu reduzieren. Absauganlagen müssen in diesem Fall nach DIN EN ISO 21904 zertifiziert sein (W3-Klasse für Schweißrauch), um als wirksame Schutzmaßnahme anerkannt zu werden.
Wie ULMATEC Metallbetriebe bei der Gefährdungsbeurteilung unterstützt
Für Betreiber in der Metallverarbeitung, die Gefahrstoffe am Arbeitsplatz sicher und normkonform beherrschen müssen, analysiert ULMATEC den jeweiligen Werkstoff, Prozess und Volumenstrom und entwickelt, fertigt und montiert die passende Absauganlage. Auslegung, Fertigung, Montage und Inbetriebnahme erfolgen aus einer Hand, hergestellt in Deutschland.
Konkret bedeutet das für Ihren Betrieb:
- Auslegung der Absauganlage auf Basis der Gefährdungsbeurteilung und der relevanten Datenbankwerte
- Auswahl aus über 100 Filterkombinationen für Schweißrauch, Schleifstaub, Lötrauch und weitere Gefahrstoffe
- W3-zertifizierte Systeme nach DIN EN ISO 21904 für Schweißrauch bei krebserzeugenden Stoffen wie Chrom(VI)
- Nassabscheider als Technologieoption für reaktive Stäube aus Aluminium, Magnesium oder Titan
- Zentrale Absauganlagen für Luftvolumen von 3.000 bis 250.000 m³/h in den Größen S bis XXL
- Vollständige technische Dokumentation für die Gefährdungsbeurteilung und BG-Prüfungen
- Förderfähige Systeme nach BAFA und KfW
Sprechen Sie uns an, wenn Sie Ihre Gefährdungsbeurteilung auf eine belastbare technische Grundlage stellen möchten. Einen umfassenden Überblick über das gesamte Spektrum unserer Lösungen finden Sie auf unserer Seite zu ULMATEC Absauganlagen. Über unsere Kontaktseite erreichen Sie unsere Spezialisten direkt für eine technische Erstberatung zu Ihrer spezifischen Anwendung.
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