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Wie wird Schweißrauch in der Industrie effektiv abgesaugt?

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Schweißer in Schutzausrüstung mit aufsteigenden Schweißrauchwolken, die von einer Industrieabsaughaube erfasst werden, in einer Stahlbauhalle.

Schweißrauch ist eine der häufigsten und gefährlichsten Luftverunreinigungen in der industriellen Fertigung. Wer Schweißrauch absaugen will, braucht mehr als ein einfaches Absauggerät: Die richtige Lösung hängt vom Prozess, dem Material, dem Luftvolumen und den geltenden Normen ab. Dieser Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen zur Schweißrauchabsaugung – von den Grundlagen bis zur konkreten Anlagenplanung.

Was ist Schweißrauch und warum ist er gefährlich?

Schweißrauch ist ein Gemisch aus ultrafeinen Partikeln und gasförmigen Schadstoffen, das beim Schmelzen und Verdampfen von Metall und Zusatzwerkstoffen entsteht. Die Partikel sind oft kleiner als 1 Mikrometer und dringen tief in die Lunge ein. Viele Bestandteile, darunter Manganverbindungen, Chromate und Nickeloxide, gelten als krebserzeugend oder atemwegstoxisch.

Die TRGS 900 legt Arbeitsplatzgrenzwerte für eine Vielzahl dieser Einzelstoffe fest. Für alveolengängigen Staub gilt ein allgemeiner Grenzwert von 1,25 mg/m³. Bei Chrom(VI)-Verbindungen, die beim Schweißen von Edelstahl entstehen, liegt der Grenzwert bei 0,01 mg/m³. Diese Werte zeigen: Ohne wirksame Schweißrauchabsaugung lassen sich die gesetzlichen Anforderungen in vielen Betrieben nicht einhalten.

Die DGUV Regel 109-002 verpflichtet Betreiber außerdem, Schweißarbeitsplätze nach dem Stand der Technik abzusaugen. Eine fehlende oder unzureichende Absauganlage ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Haftungsrisiko für Betriebsleiter und Sicherheitsbeauftragte.

Welche Absaugverfahren gibt es für Schweißrauch?

Für die Schweißrauchabsaugung gibt es drei grundlegende Verfahren: die Erfassung direkt an der Entstehungsquelle (Quellenabsaugung), die raumluftbezogene Absaugung über eine Hallenabsaugung sowie Kombinationen beider Ansätze. Welches Verfahren geeignet ist, hängt vom Schweißverfahren, der Arbeitsplatzsituation und dem Luftvolumenbedarf ab.

Quellenabsaugung

Bei der Quellenabsaugung wird der Schweißrauch direkt am Entstehungsort erfasst, bevor er sich in der Raumluft verteilt. Typische Erfassungselemente sind Absaugdüsen, Absaugarme oder in den Schweißbrenner integrierte Absaugvorrichtungen. Diese Methode ist besonders effizient, weil sie den Schadstoff mit geringem Luftvolumen erfasst.

Hallenabsaugung und Lüftungstechnik

Bei großflächigen Schweißbereichen oder wechselnden Arbeitsplätzen reicht eine reine Quellenabsaugung manchmal nicht aus. Hier kommen Hallenlüftungssysteme zum Einsatz, die die Raumluft großflächig erfassen, reinigen und zurückführen oder abführen. Dieser Ansatz erfordert höhere Luftvolumina, bietet aber mehr Flexibilität bei wechselnden Arbeitspositionen.

Kombinierte Systeme

In der Praxis kombinieren viele Betriebe beide Verfahren: Quellenabsaugung für die Hauptemissionsquellen und ergänzende Hallenabsaugung für Restbelastungen. Zentrale Absauganlagen können beide Funktionen in einem System abdecken und dabei Luftvolumen von mehreren tausend bis über 100.000 m³/h bewältigen.

Wie funktioniert eine industrielle Schweißrauch-Absauganlage?

Eine industrielle Absauganlage für Schweißrauch arbeitet nach dem Prinzip: Erfassung, Transport, Filtration, Rückführung oder Abluft. Der Schweißrauch wird an der Quelle erfasst, über ein Rohrleitungssystem zum Filter transportiert, dort gereinigt und die gereinigte Luft entweder in die Halle zurückgeführt oder nach außen abgeleitet.

Die wesentlichen Komponenten einer solchen Anlage sind:

  • Erfassungselement: Absaugarm, Absaugdüse oder brennerintegrierte Absaugung
  • Rohrleitungsnetz: Verbindet Absaugstellen mit der zentralen Filtereinheit
  • Filtereinheit: Abscheidung der Partikel, abhängig von Filterklasse und Schadstoffart
  • Ventilator: Erzeugt den notwendigen Unterdruck im System
  • Steuerung: Regelt Luftvolumen, Differenzdruck und Reinigungsintervalle

Ein wichtiger Parameter bei der Auslegung ist der Gleichzeitigkeitsfaktor: Nicht alle Absaugstellen sind gleichzeitig in Betrieb. Wer diesen Faktor korrekt ermittelt, kann die Anlagengröße erheblich reduzieren. In der Praxis lässt sich die Anlage dadurch in manchen Fällen um bis zu 80 Prozent kleiner dimensionieren, was direkte Auswirkungen auf Investitions- und Betriebskosten hat.

Welche Filterklasse wird für Schweißrauch benötigt?

Für die Filtration von Schweißrauch wird in der Regel die Filterklasse W3 nach DIN EN ISO 21904 benötigt. Diese Klasse ist für krebserzeugende, erbgutverändernde und reproduktionstoxische (CMR) Stoffe vorgeschrieben, zum Beispiel beim Schweißen von Edelstahl oder anderen legierten Stählen. Für nicht CMR-haltigen Schweißrauch kann die Klasse W2 ausreichen.

Die Filterklassifizierung nach DIN EN ISO 21904 unterscheidet drei Stufen:

  • W1: Für gering belasteten Schweißrauch ohne krebserzeugende Stoffe
  • W2: Für erhöhte Anforderungen bei nicht CMR-Stoffen
  • W3: Für CMR-Stoffe, zum Beispiel Chrom(VI) beim Edelstahlschweißen

Die Wahl der richtigen Filterklasse hängt also direkt vom Grundwerkstoff und dem Zusatzwerkstoff ab. Wer Baustahl schweißt, braucht eine andere Filtration als jemand, der hochlegierte Stähle oder Aluminiumlegierungen verarbeitet. Eine falsch gewählte Filterklasse führt entweder zu unnötigen Kosten oder zu unzureichendem Gesundheitsschutz.

Neben der Filterklasse spielt auch die Filtermedientechnologie eine Rolle. Kartuschenfilter mit PTFE-Membran erreichen hohe Abscheidegrade bei geringem Druckverlust und sind für Schweißrauch besonders geeignet. Weitere Informationen zu den verschiedenen Anwendungen und Filtermedien helfen bei der konkreten Auswahl.

Wann lohnt sich eine zentrale Absauganlage gegenüber dezentralen Geräten?

Eine zentrale Absauganlage lohnt sich, wenn mehr als drei bis vier Schweißarbeitsplätze gleichzeitig betrieben werden, wenn die Arbeitsplätze räumlich konzentriert sind oder wenn ein hoher Gleichzeitigkeitsfaktor vorliegt. Dezentrale Einzelgeräte sind sinnvoll bei wenigen, weit verteilten oder wechselnden Arbeitsplätzen.

Die wichtigsten Entscheidungskriterien im Vergleich:

  • Anzahl der Absaugstellen: Ab etwa vier gleichzeitig betriebenen Stellen wird eine zentrale Lösung wirtschaftlicher
  • Raumsituation: Enge Hallenbereiche begünstigen zentrale Systeme, weitläufige Flächen eher dezentrale
  • Wartungsaufwand: Zentrale Anlagen haben einen einzigen Wartungspunkt statt vieler Einzelgeräte
  • Energieeffizienz: Zentrale Systeme mit bedarfsgeregeltem Ventilator verbrauchen im Teillastbetrieb deutlich weniger Energie
  • Wärmerückgewinnung: Nur bei zentralen Systemen sinnvoll integrierbar

Typische Herausforderung: Betriebe unterschätzen den Wartungsaufwand bei vielen dezentralen Einzelgeräten. Filter müssen regelmäßig gewechselt, Geräte gewartet und dokumentiert werden. Bei zehn oder mehr Einzelgeräten entsteht ein erheblicher organisatorischer Aufwand, der bei einer zentralen Anlage entfällt.

Welche Fördermittel gibt es für Schweißrauch-Absauganlagen?

Schweißrauch-Absauganlagen sind über mehrere staatliche Förderprogramme finanzierbar. Die wichtigsten Programme sind das BAFA-Programm zur Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Industrie sowie KfW-Kredite für Energieeffizienzinvestitionen. Beide Programme können Investitionskosten erheblich reduzieren.

Relevante Förderwege im Überblick:

  • BAFA-Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (EEW): Für Anlagen mit nachweisbarem Energieeffizienzgewinn, zum Beispiel durch Wärmerückgewinnung
  • KfW-Kredit 264 (Energieeffizienz – Produktion): Zinsgünstige Kredite für energieeffiziente Produktionsanlagen
  • Berufsgenossenschaftliche Förderung: Einige Berufsgenossenschaften bezuschussen Maßnahmen zur Verbesserung des Arbeitsschutzes direkt

Voraussetzung für die meisten Programme ist ein Energieeffizienznachweis oder eine Investitionsrechnung. Absauganlagen mit Wärmerückgewinnung und bedarfsgeregeltem Antrieb erfüllen diese Voraussetzungen in der Regel. Die technische Dokumentation der Anlage ist dabei ein zentrales Einreichungsdokument, das bei der Antragstellung benötigt wird.

Wichtig: Förderbedingungen ändern sich regelmäßig. Eine Beratung vor der Investitionsentscheidung ist empfehlenswert, um keine Fristen oder Programmänderungen zu verpassen.

Wie ULMATEC bei der Schweißrauch-Absaugung hilft

Wir bei ULMATEC entwickeln, produzieren und montieren industrielle Absauganlagen für Schweißrauch als Komplettlösung aus einer Hand. Unsere Systeme sind auf die konkreten Anforderungen der industriellen Absaugtechnik ausgelegt:

  • Filterklassen W1 bis W3 nach DIN EN ISO 21904, je nach Werkstoff und Prozess
  • Modulare Systeme mit über 10 Millionen Konfigurationsvarianten für individuelle Anforderungen
  • Zentrale Absauganlagen für Luftvolumina von 3.000 bis 250.000 m³/h
  • Integration von Wärmerückgewinnung und Klimatisierung in eine Anlage
  • Alle Anlagen CE-konform, ATEX-fähig und förderfähig nach BAFA und KfW
  • Angebot auf Basis einer qualifizierten Anfrage innerhalb von 24 Stunden

Unsere Absauganlagen und Filtersysteme werden inklusive vollständiger technischer Dokumentation geliefert, die direkt für Förderanträge genutzt werden kann. Wer unsicher ist, welche Anlage für den eigenen Prozess geeignet ist, kann alle relevanten Parameter mit uns gemeinsam klären. Kontaktieren Sie uns direkt, um die Auslegung Ihrer Schweißrauch-Absauganlage zu starten.

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